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Umweltministerin Royale schwärmt für erneuerbare Energien.
Umweltministerin Royale schwärmt für erneuerbare Energien.(Foto: dpa)

Keine Lust mehr auf Atomstrom: Frankreich verliebt sich in grüne Energie

Die Franzosen sind seit Jahrzehnten ganz heiß auf Atomstrom. Die Bedenken überlassen sie immer den Deutschen, doch nun ändert sich etwas. Die Regierung beschreitet einen für französische Verhältnisse revolutionären Weg.

Was die Franzosen da planen, ist die Energiewende auf Französisch. Binnen gut zehn Jahren will die Regierung in Paris kräftig in erneuerbare Energien investieren. Der Anteil von Atomstrom am Energiemix soll drastisch zurückgehen - bis 2025 soll dieser von 75 auf 50 Prozent sinken. Die französische Nationalversammlung stimmt nun für den ersten Artikel eines neuen Energiewende-Gesetzes, in dem die von Staatschef François Hollande versprochene Atomstrom-Reduzierung festgeschrieben ist. Festgehalten sind auch die Ziele, den Energieverbrauch in Frankreich bis 2050 um 50 Prozent zu senken und den Ausstoß von Treibhausgasen bis 2030 im Vergleich zu 1990 um 40 Prozent zu reduzieren.

Alt und an der deutschen Grenze: Das Akw Fessenheim.
Alt und an der deutschen Grenze: Das Akw Fessenheim.(Foto: picture alliance / dpa)

Mit dem Energiewende-Gesetz soll die Abhängigkeit von Atomstrom und Energie-Importen gesenkt und der Kampf gegen den Klimawandel verstärkt werden. 2020 sollen erneuerbare Energien 23 Prozent der französischen Stromproduktion ausmachen, 2030 dann 32 Prozent. 2012 lag der Anteil bei knapp 14 Prozent. Der Anteil fossiler Energieträger wie Erdöl soll bis 2030 um 30 Prozent gesenkt werden.

Umweltministerin Ségolène Royal beteuerte, der neue Strommix entlaste die Geldbeutel der Verbraucher. Die konservative Oppositionspartei UMP kritisierte die Senkung des Anteils der Atomenergie. Der UMP-Abgeordnete Michel Sordi sagte, die Atomkraft sei "Teil der Energiewende". In Sordis Wahlkreis liegt das älteste Atomkraftwerk Frankreichs, das elsässische AKW Fessenheim nahe der deutschen Grenze.

Ältestes AKW an deutscher Grenze

Hollande hat versprochen, Fessenheim bis Ende 2016 stillzulegen. Das ist aber nicht im künftigen Energiewende-Gesetz verankert. Festgeschrieben wird darin lediglich eine Kapazitätsobergrenze von 63 Gigawatt für die Atomkraft, was dem heutigen Stand entspricht. Da 2016 der Europäische Druckwasserreaktor (EPR) im nordfranzösischen Flamanville in Betrieb gehen soll, müssen im Gegenzug andere Reaktoren stillgelegt werden.

Umweltministerin Royal sagte aber unlängst, es müssten nicht zwangsläufig die beiden Reaktoren in Fessenheim stillgelegt werden. Sie stellte damit offen Hollandes Wahlversprechen einer Schließung von Fessenheim in Frage. Die Nationalversammlung wird am kommenden Dienstag über den gesamten Text des Energiewende-Gesetzes abstimmen. Es muss dann noch den Senat passieren.

Quelle: n-tv.de

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