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(Foto: picture alliance / dpa)

Besuch bei Zwangsprostituierten: Freier sollen ins Gefängnis

Ein neues Gesetz soll Zwangsprostitution eindämmen. Es sieht vor, die Freier zu bestrafen. Hohe Freiheitsstrafen sind laut einem Bericht geplant - doch es gibt Probleme.

Freier von Zwangsprostituierten müssen einem Zeitungsbericht zufolge künftig mit bis zu fünf Jahren Haft rechnen. Ein Gesetzentwurf des Justizministeriums sehe in solchen Fällen Freiheitsstrafen zwischen drei Monaten und fünf Jahren vor, berichteten die Zeitungen der Funke-Mediengruppe in ihren Samstagausgaben.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) begrüßte das hohe Strafmaß. Damit werde deutlich gemacht, "dass es ein schwerwiegendes Vergehen ist und kein Bagatelldelikt", sagte der GdP-Bundesvorsitzende Oliver Malchow den Funke-Zeitungen. Fraglich sei jedoch, ob Strafen für Freier in der Praxis durchzusetzen seien. Es sei schwierig nachzuweisen, dass ein Freier von der Zwangslage der Prostituierten wusste.

Der Freier-Paragraf bietet dem Bericht zufolge einen Ausweg: Wenn ein Freier bemerkt, dass eine Prostituierte unter Zwang steht, und deswegen Anzeige erstattet, soll er straffrei ausgehen. Voraussetzung ist, dass die Tat zum Zeitpunkt der Anzeige nicht bereits von den Behörden entdeckt wurde.

Die strafrechtlichen Regelungen sollen das kürzlich vom Bundesfamilienministerium vorgelegte Prostitutionsschutzgesetz ergänzen. Dieses sieht eine Anmeldepflicht für Prostituierte sowie ein Verbot bestimmter Angebote wie Flatrate-Partys vor.

Quelle: n-tv.de

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