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Grenzzaun an der Grenze zwischen Marokko und Spanien nahe der Enklave Melilla: Hier verläuft laut Leggeri die "wahre Grenze", die es zu sichern gelte.
Grenzzaun an der Grenze zwischen Marokko und Spanien nahe der Enklave Melilla: Hier verläuft laut Leggeri die "wahre Grenze", die es zu sichern gelte.(Foto: REUTERS)

Polizisten aus jedem Land: Frontex-Chef fordert EU-Grenzschutz

In den Länder entlang der Fluchtrouten durch Europa lassen Grenzbeamte Migranten oft einfach passieren. Frontex-Chef Leggeri fordert dagegen einen gemeinsamen Einsatz an den "wahren Grenzen" - und Abschiebegefängnisse an den neuen Hotspots.

Der Chef der Europäischen Grenzschutzagentur Frontex, Fabrice Leggeri, hat die EU-Staaten zu gemeinsamen Anstrengungen bei der Sicherung der Grenzen aufgefordert. In den Zeitungen "Dernières nouvelles d'Alsace" und "L'Alsace" forderte Leggeri die EU-Mitgliedstaaten auf, Polizisten an die EU-Außengrenzen zu schicken, "anstatt hunderte Polizisten an ihren nationalen Grenzen zu stationieren".

"Die wahre Grenze" befinde sich auf der italienischen Insel Lampedusa, der griechischen Insel Lesbos oder in der in Marokko liegenden spanischen Exklave Melilla, sagte Leggeri. "Wenn jeder Staat die Krise für sich selbst regelt, ohne sich mit seinen Nachbarn zu koordinieren, wird der (Flüchtlings-)Strom von einem Land zu einem anderen gehen, auf Kosten aller."

Leggeri zufolge sind seit Jahresbeginn 630.000 illegale Einreisen in die EU registriert worden. Wenn es in Griechenland ein- oder zweitausend europäische Grenzbeamte gäbe, um den griechischen Behörden zu helfen, "hätte dies einen spektakulären Effekt auf die Krise dort", fügte Leggeri hinzu.

Er kritisierte zudem, dass durchschnittlich lediglich 39 Prozent der angeordneten Abschiebungen aus der EU umgesetzt würden. Der Grund sei vor allem, dass sich die Herkunftsländer der Migranten weigerten, diese wieder aufzunehmen. Der Frontex-Chef forderte die Einrichtung von Abschiebegefängnissen an den sogenannten Hotspots in Griechenland oder Italien: "Lassen Sie uns realistisch sein, wenn wir illegale Einwanderer zurück in ihr Land schicken wollen, brauchen wir Hafteinrichtungen, insbesondere an den Hotspots", sagte er.

Angesichts der großen Zahl der täglich an Europas Grenzen ankommenden Menschen ist die Flüchtlingskrise derzeit ein zentrales Thema auf EU-Ebene. Sie wird am Montag auch Thema von Gesprächen des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan mit EU-Vertretern in Brüssel sein. Die Türkei hat nach eigenen Angaben bereits zwei Millionen Bürgerkriegsflüchtlinge aus Syrien aufgenommen und erwartet Unterstützung der EU-Staaten, während diese sich von Ankara stärkere Kontrollen an den Grenzen zur EU erhoffen.

Quelle: n-tv.de

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