Sonntag, 20. Dezember 2009
Organisierte Perspektivlosigkeit: Fünf Jahre Hartz IV
Der Deutsche Paritätische Wohlfahrtsverband hält die Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe für gescheitert. Wer in Hartz IV ist, der sei in der Perspektivlosigkeit.
(Foto: ASSOCIATED PRESS)
Nach fünf Jahren Hartz IV sei es nicht gelungen, die Zahl der Betroffenen merklich abzubauen, sagte Verbandschef Ulrich Schneider der "Thüringer Allgemeinen". Die Zahl der erwerbsfähigen Hartz-IV-Bezieher sei im Vergleich zu 2005 konstant geblieben.
Nach einer Analyse des Verbandes lag die Zahl der erwerbsfähigen Hilfebedürftigen im April 2009 mit 4,93 Millionen beinahe auf dem Niveau der Anfangsmonate von Hartz IV. Im September 2005 waren es demnach 5,15 Millionen.
Fast die Hälfte der Hartz-IV-Bezieher erhalte die Leistung drei Jahre und länger, sagte Schneider dem Blatt. "Wer in Hartz IV ist, der ist in der Perspektivlosigkeit. Das ist das Fazit, dass man ziehen muss". Die Vermittlungsbemühungen der Jobbehörden seien nach wie vor unabgestimmt und "chaotisch". Schneider forderte eine tiefgreifende Reform der Gesetze. Die Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe war am 1. Januar 2005 in Kraft getreten.
dpa
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