Montag, 04. Mai 2009
"Ärgerlicher Fehlschlag": GSG-9-Einsatz gescheitert
Die Bundesregierung wird nach dem Abbruch des geheimen Anti-Terror-Einsatzes der GSG 9 zur Befreiung des von Piraten gekaperten deutschen Containerschiffes "Hansa Stavanger" heftig kritisiert. Der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Hans-Peter Uhl, bemängelte gegenüber der "Neuen Osnabrücker Zeitung", dass der Einsatzbefehl für die GSG 9 zu spät erfolgt sei. Eine Befreiung der "Hansa Stavanger" hätte bereits in den ersten Tagen nach der Entführung Anfang April erfolgen müssen, "bevor die Piraten das Schiff in ihren Unterschlupf an der Küste gebracht haben", sagte der CSU-Politiker. Wegen eines Kompetenzgerangels innerhalb der Bundesregierung sei ein schneller Zugriff aber nicht möglich gewesen.
Uhl sprach von einem "ärgerlichen Fehlschlag, der die Piraten vor Somalia ermutigen dürfte, weitere deutsche Schiffe zu kapern". Der CSU-Sicherheitsexperte forderte die Regierung auf, rasch Lehren aus der gestoppten GSG-9-Mission zu ziehen. "Die Zusammenarbeit zwischen Polizei und Militär scheint mir verbesserungsbedürftig zu sein."
"Koordination verbessern"
Kritik an der Regierung äußerte auch die Gewerkschaft der Polizei (GdP). "Die Koordination innerhalb der Bundesregierung muss verbessert werden, damit künftig schneller gehandelt werden kann", sagte GdP-Chef Konrad Freiberg der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Im Fall der "Hansa Stavanger" habe Streit um Zuständigkeiten notwendige Beschlüsse verzögert.
Das Containerschiff war Anfang April entführt worden. Neben dem Kapitän und vier Offizieren, die deutsche Staatsbürger sind, gerieten dabei 19 weitere Besatzungsmitglieder in die Hände der Piraten. Insgesamt halten somalische Seeräuber derzeit rund 300 ausländische Seeleute und mindestens 18 Schiffe fest.
AFP
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