putin-2012.rfGerüchte über Kreml-Rückkehr

Eine neue Internetadresse heizt in Russland Spekulationen um eine mögliche Rückkehr von Regierungschef Putin als Staatschef in den Kreml weiter an. Putin sowie Amtsinhaber Medwedew schließen ihre Kandidatur 2012 nicht aus. Allerdings sind bisher nur für Putin solche Webadressen beantragt.
Eine russische Regierungsbehörde hat sich mehrere Internet-Adressen gesichert, die auf eine Kandidatur von Ministerpräsident Wladimir Putin bei der Präsidentenwahl in zwei Jahren hindeuten könnten. Sechs der registrierten Domains kombinierten nach Angaben des Bereitstellers stat.ref.ru den Namen Putin mit der Jahreszahl 2012.
Medien berichteten über die Adresse putin-2012.rf, die der für den Schutz von Staatspräsident und Regierung zuständige Sicherheitsdienst FSO beantragt habe. Der FSO habe allerdings nur für Putin eine solche in kyrillischen Buchstaben gehaltene und noch nicht freigeschaltete Webadresse beantragt. Für den gegenwärtigen Präsidenten Dmitri Medwedew wurden entsprechende Adressen nicht beantragt.
Putin-Sprecher Dmitri Peskow warnte vor voreiligen Interpretationen. Die Kombinationen mit der Zahl 2012 seien nicht als Hinweis auf eine bevorstehende Kandidatur zu werten. Es gehe lediglich darum, bösartigen Missbrauch zu verhindern. In den Jahren 2000 und 2004 war Putin allerdings mit den Adressen putin2000.ru und putin2004.ru in den Wahlkampf gezogen.
Putin hatte erklärt, er habe sich noch nicht entschieden, ob er 2012 kandidieren werde. Der 57-Jährige war bereits zwischen 2000 und 2008 Präsident, eine dritte Amtszeit in Folge blieb ihm aufgrund der Verfassung untersagt. Während er zum Ministerpräsidenten wurde, übernahm der von ihm persönlich als Nachfolger auserkorene Medwedew das höchste politische Amt im Staate.
2012 dürfte Putin, der der bei weitem populärste Politiker in Russland ist, allerdings erneut antreten. Er könnte dann sogar bis zu zwölf Jahre erneut Präsident werden, da die Dauer einer Amtszeit inzwischen von vier auf sechs Jahre verlängert wurde.