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"Italien ist de facto schon raus": Grillo sieht Euro gescheitert

Der bei der Parlamentswahl erfolgreiche italienische Protestpolitiker Grillo hat keine Hoffnung mehr auf den Verbleib seines Landes im Euro. De facto sei Italien "schon aus dem Euro raus", sagt er. Wenn die Nordstaaten ihre Italien-Investitionen wieder hereingeholt haben, würden sie das Land fallen lassen "wie eine heiße Kartoffel".

Grillo mit einem Ganzkörperanzug am winterlichen Strand von Marina di Bibbona.
Grillo mit einem Ganzkörperanzug am winterlichen Strand von Marina di Bibbona.(Foto: AP/dpa)

Der Überraschungssieger der italienischen Parlamentswahl, Beppe Grillo, glaubt  nicht an einen Verbleib seines Landes in der Euro-Zone. "De facto ist Italien doch schon aus dem Euro raus", sagte der Chef der "Bewegung Fünf Sterne" im "Handelsblatt". Er warf Deutschland vor, allein von der europäischen Einigung zu profitieren.

"Warum hat sich nur Deutschland bereichert?", fragte der Politiker. Er gehe davon aus, dass auch die nordeuropäischen Staaten Italien nur so lange halten würden, bis sie die Investitionen ihrer Banken in italienische Staatsanleihen hereingeholt hätten. "Dann werden sie uns fallen lassen wie eine heiße Kartoffel." Die zentrale Frage sei: "Was ist aus Europa geworden? Warum haben wir keine gemeinsame Informationspolitik, keine gemeinsame Steuerpolitik, keine gemeinsame Politik der Immigration?"

Grillo sieht sich selbst aber nicht als europafeindlich. "Ich habe nur gesagt, dass ich einen Plan B für Europa haben will", so Grillo. Er trete für mehr Demokratie bei der europäischen Einigung ein: Die Bürger sollten bei wichtigen Themen wie dem Verbleib im Euro, dem Vertrag von Lissabon oder der umstrittenen Liberalisierung von Dienstleistungen in Online-Referenden abstimmen können.

In dem Interview rechnet Grillo auch mit dem bisherigen italienischen Ministerpräsidenten Mario Monti scharf ab. Dieser sei "ein Konkursverwalter im Namen der Banken. Statt oben bei den Topverdienern und im Staatsapparat zu kürzen, hat er den Bürgern unten höhere Steuern aufgebrummt".

Grillos "Bewegung Fünf Sterne" (M5S) hatte bei der Wahl überraschend 25 Prozent der Stimmen auf sich vereinen können. Grillo will weder mit dem Mitte-links-Bündnis des Sozialdemokraten Pier Luigi Bersani noch mit dem Rechtsbündnis des früheren Regierungschefs Silvio Berlusconi koalieren. Bersani wäre für eine Regierungsbildung auf die Unterstützung von M5S im Senat angewiesen. Grillo aber schloss eine generelle Unterstützung von M5S für Bersani aus und will ihn höchstens von Fall zu Fall im Parlament unterstützen.

Quelle: n-tv.de

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