Dienstag, 22. Juli 2008
Banking per Elektro-Perso: Grüne bevorzugen "Bürger-Card"
Die Grünen haben sich gegen Pläne der Bundesregierung für Online-Banking und Internet-Geschäfte mit Hilfe des neuen elektronischen Personalausweises gewandt. "Wenn man solche Funktionen will, wäre ein eigenes Dokument, etwa eine Bürger-Card, die sauberere Lösung", sagte der Sprecher der Bundestagsfraktion für innere Sicherheit, Wolfgang Wieland.
Das Bundeskabinett entscheidet am Mittwoch über den geplanten elektronischen Ausweis. Eingeführt werden soll das neue Dokument im kommenden Jahr. Ein Chip mit Merkmalen zur elektronischen Identifizierung und ein Lesegerät am Computer sollen auch Internet- Geschäfte möglich machen.
"Merkmale gehören nicht drauf"
Skeptisch wertete Wieland Fingerabdrücke auf dem Ausweis. Geplant ist, dass Bürger zur Erhöhung der Fälschungssicherheit ihre Abdrücke elektronisch in dem Dokument speichern lassen können. "Die Merkmale gehören nicht drauf", kritisierte der Grünen-Politiker. So dürfte bei Kriminellen das Interesse an einem unbefugten Auslesen von Fingerabdruck-Daten in dem Maß wachsen, in dem die Abdrücke verstärkt als Zugangsberechtigungen zu bestimmten Systemen benützt würden.
"Nationales Eigenbräu"
Zumindest solle der Ausweis ohne Abdruck das Standarddokument sein, forderte Wieland. "Besser wäre es, ganz darauf zu verzichten." Der Bundestagsabgeordnete verwies darauf, dass es keine entsprechenden EU-Vorgaben gebe. "Das ist ein nationales Eigengebräu."
Ursprüngliche Pläne von Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU) zur zwingenden Abnahme der Fingerabdrücke scheiterten an der SPD, die Vorbehalte wegen des Datenschutzes hatte. Bei neuen Reisepässen ist dies seit dem 1. November 2007 vorgeschrieben.
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