Dienstag, 22. Dezember 2009
Kundus-Affäre: Guttenberg sucht den "Maulwurf"
Guttenberg hat eigenen Angaben zufolge erst durch die "Bild"-Zeitung von der Existenz des Geheimdossiers erfahren.
(Foto: REUTERS)
Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg lässt einem Medienbericht zufolge wegen der Veröffentlichung vertraulicher Informationen in der Kundus-Affäre nach einem Leck in seinem Haus fahnden. Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" berichtete, Staatssekretär Rüdiger Wolf habe Briefe an rund zwei Dutzend Spitzenbeamte im Ministerium, in der Bundeswehr und im Einsatzführungskommando in Potsdam geschickt.
Darin fordere er die Beamten unmissverständlich auf, sogenannte dienstliche Erklärungen abzugeben, dass sie den vertraulichen Untersuchungsbericht deutscher Feldjäger zu dem Luftangriff von Kundus nicht an die "Bild"-Zeitung weitergegeben haben.
Berlin: Nachforschungen sind geboten
Die Veröffentlichung des Berichts hatte Ende November den Rücktritt des ehemaligen Verteidigungsministers Franz Josef Jung und später die Einrichtung eines Untersuchungsausschusses in der Affäre ausgelöst. Die Bundesregierung ist wegen der zivilen Opfer des Luftangriffs weiter unter Druck. Auch Kanzlerin Angela Merkel soll vor dem Untersuchungsausschuss aussagen.
Das Verteidigungsministerium bestätigte den Bericht indirekt, nannte jedoch keine Einzelheiten. "Es ist geboten, Nachforschungen anzustellen, wenn unter Geheimschutz stehende Dokumente an die Öffentlichkeit gelangen", sagte ein Sprecher. "Immerhin handelt es sich bei solchen Vorgängen um Dienstvergehen und Straftaten."
rts
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