Politik

Hängepartie um Linken-VorsitzGysi fordert "Schluss damit"

26.12.2011, 10:19 Uhr
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Favorisiert eine gemischte Doppelspitze: Gregor Gysi. (Foto: dapd)

Bartsch, Lötzsch, Ernst, Wagenknecht: Seit Monaten läuft in der Linken eine Führungsdiskussion. Dehalb fordert Linksfraktionschef Gysi eine schnelle Vorentscheidung über die künftige Parteiführung. Denn anders wird man die Personaldebatte nicht los, meint er.

Linke-Fraktionschef Gregor Gysi dringt auf eine Vorentscheidung über die künftige Parteiführung kurz nach dem Jahreswechsel. "Wir haben noch bis Mitte Januar Zeit, eine entsprechende Lösung zu finden", sagte er. "Man sollte sich in einem gewissen Kreis verständigen." Ein solches Verfahren zieht Gysi einem Mitgliederentscheid vor.

Die Linke wird seit Mai 2009 von der umstrittenen Doppelspitze Gesine Lötzsch und Klaus Ernst geführt. Die Neuwahl des Vorstands ist Anfang Juni auf einem Parteitag in Göttingen geplant. Einige Landesverbände wollen allerdings einen Mitgliederentscheid vorschalten. Ihre Kandidatur haben bisher nur Lötzsch und Vizefraktionschef Dietmar Bartsch erklärt.

Voraussichtlich am 16. Januar kommen die Landeschefs mit der Parteiführung zusammen, um das weitere Vorgehen zu beraten. "Wir kommen personell erst zur Ruhe, wenn der neue Parteivorstand gewählt ist", sagte Gysi. "Es sei denn, wir setzten vorher die Idee einer kooperativen Führung um, dann sind wir die Debatte auch los."

Gemischte Doppelspitze

Der Begriff der kooperativen Führung stammt von Ex-Parteichef Oskar Lafontaine. Gemeint ist ein Team, das charakterlich gut zusammenpasst und so in der Lage ist, etwaige politische Differenzen zu überbrücken.

Zu einzelnen Kandidaten wollte sich Gysi nicht äußern. Er rechnet aber wieder mit einer gemischten Doppelspitze aus einem Mann und einer Frau aus Ost und West. "Alles andere wäre politisch töricht", sagte er. Auch ein Mitgliederentscheid würde zu einem solchen Ergebnis kommen. "Allerdings haben wir dafür noch keine Kandidatenstruktur, das zwingt uns ja noch mehr, über die kooperative Führung nachzudenken." Lötzsch und Bartsch stammen aus dem Osten.

Eine baldige Entscheidung über die künftige Führung hält Gysi auch mit Blick auf die Bundestagswahl 2013 für geboten. "Eine Bundestagswahl bereitet man länger vor, es ist sehr spät ab Mitte nächsten Jahres. Und vor allen Dingen weiß man ja noch gar nicht, ob die Bundestagswahl im Herbst 2013 stattfindet."

Quelle: dpa