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Viele Kliniken machen Verluste.
Viele Kliniken machen Verluste.(Foto: dpa)

Milliarden Euro fehlen: Hunderte Krankenhäuser vor dem Aus

Die Lage ist kritisch: Laut einer Studie sind zahlreiche Krankenhäuser in Deutschland wegen akuter Geldnot von der Insolvenz bedroht. Das sind fast doppelt so viele zwei Jahre vorher. Besonders düster ist die Lage in einigen westdeutschen Bundesländern.

Mehr als 250 Krankenhäusern in Deutschland droht wegen akuter Geldnot das Aus. "13 Prozent der Krankenhäuser müssten ihre Pforten bis 2020 schließen, wenn sie keine Zuschüsse bekommen", sagte der Mitautor des "Krankenhaus Rating Reports 2014", Boris Augurzky vom Forschungsinstitut RWI, bei der Präsentation der Studie. 16 Prozent der gut 2000 Häuser waren 2012 erhöht von Insolvenz bedroht - doppelt so viele wie zwei Jahre zuvor.

Ein Grund für die Verschlechterung sei, dass die dafür zuständigen Länder statt der nötigen 5,4 Milliarden Euro pro Jahr für Neuerungen an Gebäuden und Geräten nur die Hälfte bereitstellten. "Die meisten Länder sind nicht in der Lage, nachhaltig zu investieren", sagte Mitautor Sebastian Krolop von der Beratungsfirma Accenture. Wegen geringer Ertragskraft kann laut Report fast jedes zweite Krankenhaus nicht selbst genügend Geld aufbringen, um die eigene Substanz zu erhalten. Derzeit fehlten rund 15 Milliarden Euro für Investitionen.

Die Ausgaben der Krankenkassen für die Klinikbehandlungen - für den laufenden Betrieb sind sie zuständig - erhöhen sich laut Kassenverband 2014 um 2,6 auf 66,8 Milliarden Euro. Trotz der jährlichen Steigerungen der Kassenausgaben haben laut dem neuen Report 35 Prozent der Häuser zuletzt einen Jahresverlust geschrieben, zwei Jahre vorher waren es nur 16 Prozent.

Kliniken in Ostdeutschland am profitabelsten

Die Kliniken in Ostdeutschland schneiden der Untersuchung zufolge wirtschaftlich am besten ab, gefolgt von Nordrhein-Westfalen sowie Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Am meisten Probleme gibt es offenbar bei den Krankenhäusern in Niedersachsen und Bremen, Hessen sowie Baden-Württemberg.

Eindringlich forderten die Experten, von kleinen Häusern Abschied zu nehmen - es gebe eine zu hohe Krankenhausdichte und eine zu geringe Spezialisierung. Größere Kliniken mit Schwerpunkten sollten stattdessen ausgebaut werden. Qualität, Spezialisierung und Wirtschaftlichkeit gingen bereits heute Hand in Hand. Öffentlich-rechtliche Kliniken schneiden wirtschaftlich schlechter ab als freigemeinnützige oder private - 28 Prozent der öffentlich-rechtlichen Häuser hätten erhöhte Insolvenzgefahr.

Die Studienautoren forderten einen Investitionsfonds aus Mitteln der Krankenversicherung oder Steuern, um unter anderem Schließungen oder Umwidmungen etwa in ambulante Versorgungszentren zu fördern. Entsprechende Überlegungen von Bund und Ländern für die geplante Krankenhausreform begrüßten die Autoren. Würde jedes siebte Krankenhaus aufgegeben, läge die Klinikdichte in Deutschland laut dem Report immer noch im Schnitt der europäischen OECD-Länder.

Quelle: n-tv.de

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