Donnerstag, 09. Oktober 2008
Dürren und Fluten: Immer mehr Öko-Vertriebene
Als Folge der Klimaerwärmung könnten nach Einschätzung der Vereinten Nationen bis zur Mitte des Jahrhunderts 200 Millionen Menschen aus ihren Heimatregionen vertrieben werden. "Alle Anzeichen sprechen dafür, dass wir vor einem globalen Problem gigantischen Ausmaßes stehen", erklärte der Chef des UN-Umweltinstituts in Bonn, Janos Bogardi, bei der Naturschutzkonferenz in Barcelona.
Anders als Menschen, die aus politischen Gründen aus ihrer Heimat fliehen, würden Öko-Vertriebene vielfach in anderen Regionen ihres Heimatlandes nach einer neuen Existenz suchen, sagte Bogardi. Besonders betroffen seien Frauen, Kinder und ältere Menschen aus ärmeren Regionen der Erde. Als wichtigste Gründe für Öko-Vertreibung gelten Dürren wegen ausbleibenden Regens, Überflutungen und Wüstenbildung. Experten aus 80 Ländern wollen bei einer Konferenz in Bonn Hilfen für Öko-Vertriebene beraten, die am Donnerstag beginnt.
EU-Kommissionspräsident Jos Manuel Barroso hatte am Mittwoch die Europäische Gemeinschaft davor gewarnt, sich durch die Finanzkrise von ihren ehrgeizigen Plänen zum Klimaschutz abbringen zu lassen. Ohne die Klimaschutzgesetze müsse die EU langfristig noch höhere Kosten tragen und könne von einem Energiemangel betroffen werden, sagte Barroso bei einer Aussprache über die Finanzkrise im Europäischen Parlament in Brüssel.
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