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Indiens Minister Gaur findet, Vergewaltigung könne auch manchmal richtig sein. Mit der Aussage stößt er auf Empörung.
Indiens Minister Gaur findet, Vergewaltigung könne auch manchmal richtig sein. Mit der Aussage stößt er auf Empörung.(Foto: dpa)

"Manchmal ist es richtig": Indischer Minister rechtfertigt Vergewaltigung

Vergewaltigung ist "ein soziales Verbrechen, das von Männern und Frauen abhängt". Und "manchmal ist es auch richtig und manchmal falsch". So sieht ein indischer Minister der Regierungspartei die massenhaften Verbrechen an Frauen in seinem Land.

Babulal Gaur, Innenminister von Madhya Pradesh, hat die brutalen sexuellen Übergriffe gegen Frauen in Indien verharmlost. (Bild von 2005)
Babulal Gaur, Innenminister von Madhya Pradesh, hat die brutalen sexuellen Übergriffe gegen Frauen in Indien verharmlost. (Bild von 2005)(Foto: AP)

Ein Parteifreund des neuen indischen Regierungschefs Narendra Modi hat die grassierende sexuelle Gewalt gegen Frauen in seinem Land drastisch verharmlost und sogar ansatzweise verteidigt. Vergewaltigung sei "ein soziales Verbrechen, das von Männern und Frauen abhängt", sagte der Innenminister des Bundesstaats Madhya Pradesh, Babulal Gaur. "Manchmal ist es richtig, manchmal ist es falsch." Jedenfalls könne ermittlungstechnisch "nichts getan werden, solange es keine Anzeige gibt".

Die Politik könne nichts tun, um diese Taten zu verhindern, fügte Gaur laut der indischen Agentur IANS hinzu. Er riet Frauen, Judo oder Karate zu lernen, um sich zu verteidigen. Die Sprecherin der rivalisierenden Kongresspartei, Shobha Ozha, erwiderte demnach: "Wer kann ein dreijähriges Kind oder eine 80-Jährige trainieren?" In den vergangenen Wochen waren neben den bekannten Übergriffen auch Vergewaltigungen von Kleinkindern und Großmüttern ans Tageslicht gekommen. Die gesellschaftliche Entrüstung über sexuelle Gewalt gegen Frauen war zuletzt deutlich gewachsen.

Strafen für Vergewaltigungen verschärft

Während Modi die Einlassungen seines ausgerechnet für Recht und Ordnung zuständigen Parteifreunds zunächst nicht kommentierte, distanzierte sich seine Bharatiya-Janata-Partei von Gaur. Dessen Ansichten repräsentierten nicht die der Partei, hieß es.

Die Diskriminierung von Frauen in der indischen Gesellschaft und gegen sie gerichtete, oftmals sexuell motivierte Gewaltverbrechen sorgen im In- und Ausland immer wieder für Schlagzeilen. So waren in einem Dorf des Bundesstaats Uttar Pradesh in der vergangenen Woche die Leichen zweier 12 und 14 Jahre alter Cousinen gefunden worden, die mehrfach vergewaltigt und dann an einem Baum aufgehängt worden waren. Im Dezember 2012 löste die tödliche Gruppenvergewaltigung einer jungen Studentin in Neu Delhi Massenproteste gegen die alltägliche Gewalt gegen Frauen aus.

Seitdem wurden die Strafen für Vergewaltigung zwar verschärft - so steht etwa auf Vergewaltigung mit Todesfolge die Todesstrafe. Frauenrechtsaktivisten zufolge werden Sexualverbrechen jedoch in vielen Fällen bis heute nicht ernsthaft geahndet. Nach Angaben der Regierung wird in Indien alle 22 Minuten eine Frau vergewaltigt. Aktivisten gehen aber von einer weitaus höheren Dunkelziffer aus, da die Opfer sexueller Gewalt häufig sozial geächtet werden.

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Quelle: n-tv.de

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