Dienstag, 12. Januar 2010
Putschgerüchte und Anschlagsdrohung: Irak riegelt Bagdad ab
Nach Informationen über mögliche Anschläge haben die irakischen Sicherheitskräfte die Hauptstadt Bagdad weiträumig abgeriegelt. Bei Razzien gegen mutmaßliche Attentäter wurden nach Angaben der Sicherheitskräfte 25 Verdächtige festgenommen und insgesamt 650 Kilogramm Sprengstoff beschlagnahmt. Wegen der Großeinsätze verbreitete sich zeitweise sogar das Gerücht eines Staatsstreichs der Armee.
Die Gerüchte über einen Staatsstreich seien "lächerlich" und "grundlos", sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. Den Sicherheitskräften lagen aber Hinweise auf geplante Autobombenanschläge vor.
Dutzende Festnahmen
Reporter berichteten, dass im Zentrum Bagdads kein Auto fahren durfte. Hubschrauber überflogen die Stadt, auf den Straßen waren die Menschen nur zu Fuß unterwegs. Die regierungskritische Nachrichtenagentur Al-Yaqen berichtete unter Berufung auf Augenzeugen, in den Stadtvierteln Jarmuk, Al-Adl, Al-Amirija und Al-Dschamaa seien Dutzende von "Zivilisten" festgenommen worden.
Generalmajor Kassim Atta sagte, die "vorbeugenden Sicherheitsmaßnahmen" seien Teil eines Fahndungseinsatzes in der Hauptstadt. Ein Regierungssprecher sagte, die Ziele der Terroristen seien "wichtige Regierungsgebäude" gewesen. Bei koordinierten Attacken mit Autobomben waren am 19. August, 25. Oktober und 8. Dezember in der irakischen Hauptstadt fast 400 Menschen getötet und etwa 1500 weitere verletzt worden.
Bei einem Bombenanschlag nahe der Stadt Bakuba im Norden Bagdads kamen derweil fünf irakische Polizisten ums Leben. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen ereignete sich die Explosion in der Region Dschalaula.
AFP/dpa
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