Samstag, 17. April 2010
Ahmadinedschad greift Vetomächte an: Iran lädt zum Atomgipfel
Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat bei einer atomaren Abrüstungskonferenz in Teheran das Vetorecht der Nuklearmächte im UN-Sicherheitsrat scharf angegriffen. Es könne nicht sein, dass diese Länder auch das Vetorecht über globale Entwicklungen hätten. Auch könne von ihnen eine ernsthafte nukleare Abrüstung nicht erwartet werden, sagte Ahmadinedschad zum Auftakt der Konferenz. Ahmadinedschad forderte zudem den Ausschluss der USA und anderer Atommächte aus der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO).
Die Tagung ist eine Gegenveranstaltung zur nuklearen Abrüstungskonferenz in den USA, zu der US-Präsident Barack Obama Anfang dieser Woche eingeladen hatte. In der iranischen Hauptstadt kommen nach offiziellen Angaben unter dem Motto "Atomkraft für alle, Atomwaffen für niemanden" Außenminister aus zehn Staaten sowie Experten aus 60 Ländern zusammen. Nach Angaben der Agentur Fars sind auch die Veto-Mächte des UN-Sicherheitsrates mit kleineren Delegationen vertreten. Auch die UN und die IAEO nehmen an dem Treffen teil.
USA einzige "Atom-Kriminellen der Welt"
Zehn Außenminister und Delegationen aus zahlreichen Staaten nehmen an dem Treffen teil.
(Foto: REUTERS)
In einer zu Beginn des Treffens verlesenen Botschaft machte Irans geistliches Oberhaupt Ajatollah Ali Chamenei deutlich, dass der Einsatz von Atomwaffen mit dem Islam unvereinbar sei. Chamenei verurteilte die "Lügen" der Regierung in Washington und nannte die USA "den einzigen Atom-Kriminellen der Welt". Die USA und ihre Verbündeten verdächtigen den Iran, unter dem Deckmantel eines zivilen Nuklearprogramms nach Atomwaffen zu streben. Derzeit bemüht die US-Präsident Barack Obama um neue UN-Sanktionen gegen Teheran.
Beobachter sehen in dieser Konferenz einen neuen Versuch der iranischen Führung, ihr umstrittenes Atomprogramm als friedlich und ausschließlich zu zivilen Zwecken ausgerichtet darzustellen. Zudem soll Teherans Erzfeind Israel wegen seines nuklearen Arsenals als Bedrohung für den Frieden in der Region an den Pranger gestellt werden.
dpa/AFP
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