Mehr Brennstoff als benötigtIran steigert Uran-Förderung
Gerade ist eine Verhandlungsrunde zu Ende gegangen, durch die der Iran von der Uran-Anreicherung abgebracht werden sollte. Doch das Regime lässt sich nicht beirren. Es verkündet, neue Abbaustätten und eine Verarbeitungsanlage in Betrieb genommen zu haben.
Drei Tage nach Vertagung der internationalen Atomgespräche hat Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad die Eröffnung einer Uran-Mine und einer Uran-Umwandlungsanlage angeordnet. Wie die amtliche Nachrichtenagentur Irna berichtete, verfügte Ahmadinedschad zum sogenannten Atomtechnologietag, der jedes Jahr im Iran veranstaltet wird, die Erschließung der Saghand Uran-Mine in der zentraliranischen Jasd Provinz.
Zudem eröffnete er in derselben Provinz die Umwandlungsanlage Resaienedschad. Dort sollen jährlich bis zu 60 Tonnen Uran zu "Yellow Cake" verarbeitet werden, das danach in anderen Anlagen angereichert werden kann. "Die Weltmächte sollten wissen, dass der Iran nun ein Land mit Atomtechnologie ist und keiner dies mehr aufhalten kann", sagte Ahmadinedschad in einer Rede vor der iranischen Atomorganisation.
Gespräche scheiterten
Weder die Mine noch die Uran-Umwandlung sind für den Iran ein großer technischer Durchbruch, weil es auch in anderen Teilen Irans Minen und in Isfahan eine sehr große Konversionsanlage gibt.
Am Samstag war der jüngste Gesprächsmarathon über das iranische Atomprogramm ohne echte Annäherung zu Ende gegangen. Dabei verhandelten die fünf UN-Vetomächte sowie Deutschland und die EU mit dem Iran über ein Ende seines Anreicherungsprogramms. US-Außenminister John Kerry hatte danach gewarnt, der diplomatische Prozess sei nicht unendlich. Israels Strategie-Minister Juwal Steinitz warf dem Iran vor, die Verhandlungen absichtlich in die Länge zu ziehen. Sofern der Iran nicht aufhöre, Uran anzureichern, sollte innerhalb von "ein paar Wochen, einem Monat" gehandelt werden.
Iran fördert mehr Uran als nötig
Die Sechsergruppe hatte erneut die iranische Forderung nach Anerkennung seiner Atomrechte und Aufhebung der Sanktionen abgelehnt. Das iranische Parlament drohte daraufhin mit dem Austritt aus dem Atomwaffensperrvertrag.
Nach einer ersten Einschätzung der Internationale Atomenergiebehörde IAEA sind die neuen Anlagen nicht meldepflichtig, weil sie nur für Vorstufen zur eigentlichen Uran-Anreicherung gedacht seien, heißt es aus diplomatischen Kreisen in Wien. Nach geltenden Verträgen müsse der Iran die Atomwächter erst alarmieren, wenn er eine neue Anlage zur Urananreicherung plane.
Als "politisches Zeichen" wird aber gewertet, dass der Iran seine Uran-Anreicherung weiter ausbaut, als dies zum Betrieb der Atomkraftwerke nötig ist.