Auch dieses Schild müsste ersetzt werden.
(Foto: ASSOCIATED PRESS)
Montag, 13. Juli 2009
Englisch und Arabisch gestrichen: Israel macht Schilder einsprachig
Israel will auf Wegweisern die englischen und arabischen Städtenamen entfernen und nur noch hebräische Namen verwenden. Die israelische Zeitung "Jediot Achronot" veröffentlichte eine entsprechende Entscheidung des Transportministers Israel Katz von der Likud-Partei. Demnach soll beispielsweise auf einem Straßenschild für Jerusalem nicht mehr in drei Sprachen Yeruschalajim (Hebräisch), Al-Kuds (Arabisch) und das englische Jerusalem stehen, sondern nur noch das hebräische Wort und dessen Transkription in Arabisch und Englisch.
Ein zweites Beispiel ist die biblische Stadt Nazareth im Norden des Landes, auf Arabisch Al-Nasara. Sie wird künftig nur noch hebräisch Natsrat heißen, auch wenn das für ausländische Touristen verwirrend sein könnte.
Minister Katz erklärte die Entscheidung mit politischen Erwägungen: "Wenn jemand mit Hilfe eines Wegweisers das jüdische Jerusalem zum palästinensischen Al-Kuds machen will, dann wird das mit dieser Regierung und diesem Minister nicht passieren." Die Palästinenser fordern Al-Kuds als Hauptstadt eines künftigen eigenen Staates. Israel beansprucht hingegen die ganze Stadt als ewige, unteilbare Hauptstadt.
Arabisch ist Amtssprache
Die Entscheidung löste Zorn bei den arabischen Abgeordneten aus. "Al-Kuds bleibt Al-Kuds", sagte Ahmed Tibi. "Der Minister irrt, wenn er glaubt, durch Wortklauberei die Existenz des Arabers in Israel und seine Verbindung zu dem Land auslöschen zu können." Auch innerhalb der Regierung gab es Kritik an der Entscheidung. "Straßenschilder sind kein politisches Thema", sagte Minderheitenminister Avischai Braverman von der Arbeitspartei, der zudem darauf hinwies, dass Arabisch in Israel Amtssprache ist. Rund 20 Prozent der Israelis sind Araber.
Ein Kommentator der "Jediot Achronot" schrieb, das Transportministerium solle sich lieber mit echten Problemen wie Staus und tödlichen Verkehrsunfällen befassen. Er warf dem Minister eine "zwanghafte Beschäftigung" mit den Schildern vor, die überdies noch eine Verschwendung von Zeit und Geld bedeute.
dpa
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