Dienstag, 09. März 2010
Kernkraft für den Nahen Osten: Israel und Syrien wollen AKWs
Syrien und Israel wollen Atomkraftwerke bauen. Israel möchte seine Abhängigkeit von der Kohle verringern, in Syrien gehen die Ölvorräte zur Neige.
Uzi Landau.
(Foto: AP)
Israel will erstmals Atomkraftwerke bauen. Das kündigte der israelische Infrastrukturminister Uzi Landau zum Abschluss einer internationalen Konferenz in Paris an, bei der es um den Zugang zu ziviler Atomtechnologie ging.
Israel möchte damit seine Abhängigkeit von der Kohle verringern. Dabei sei auch eine Zusammenarbeit mit den arabischen Nachbarn möglich, sagte Landau. Die Reaktoren sollten strikten Sicherheitskontrollen unterliegen, fügte er hinzu. Auch Syrien bekundete Interesse an Atomkraftwerken. Zu der Konferenz waren Vertreter aus 65 Ländern eingeladen. Ein Teil der Teilnehmer gelten als potenzielle Käufer französischer Atomreaktoren.
Der syrische Vize-Außenminister Faisal Mekdad verwies in Paris auf den Bevölkerungszuwachs seines Landes und den steigenden Energiebedarf. Syrien hoffe auf eine internationale Zusammenarbeit.
Sarkozy will Atomstrom weltweit
Der französische Präsident Nicolas Sarkozy setzt sich mit Nachdruck für den Zugang aller Staaten zu ziviler Atomkraft ein. Es sollten lediglich Staaten ausgeschlossen werden, die zu mogeln versuchten, hatte er am Vortag betont, ohne das umstrittene Atomprogramm des Iran namentlich zu erwähnen. Die Weltgemeinschaft verdächtigt die Führung in Teheran, unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung der Kernenergie den Bau von Atomwaffen anzustreben.
Bislang hat noch kein einziges arabisches Land einen Atommeiler, mehrere von ihnen haben aber - auch angesichts der knapper werdenden Ölvorkommen - Pläne zur Nutzung der Kernenergie. Vor allem in Syrien sind die Öl-Reserven mittlerweile nur noch mager.
Israel hat ebenfalls bislang noch kein AKW. Es gilt aber bereits seit Jahren als heimliche Atommacht, obwohl es den Besitz von Atombomben offiziell nie bestätigt hat. Das Land hat den Atomwaffensperrvertrag bis heute nicht unterschrieben. Der Iran, dessen einziges AKW sich bereits seit Jahren im Bau befindet, ist dagegen Unterzeichner dieses Vertrags.
dpa
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