Politik

Kopf-an-Kopf-Rennen in PolenKaczynski liegt erstmals vorn

02.07.2010, 08:56 Uhr

Vor der Stichwahl um das Präsidentenamt in Polen überholt der konservative Kandidat Kaczynski in einer Umfrage erstmals seinen liberalen Konkurrenten Komorowski. Experten erwarten nun ein kopf-an-kopf-Rennen bei der Abstimmung.

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Kaczynski hat in der Umfrage stark zugelegt. (Foto: REUTERS)

Zwei Tage vor der Stichwahl

um das Präsidentenamt in Polen hat sich das Blatt einer Umfrage zufolge zugunsten

von Jaroslaw Kaczynski gewendet. In einer von der Zeitung "Rzeczpospolita"

veröffentlichten Erhebung von GfK Polonia lag der national-konservative Kandidat

erstmals vor seinem Konkurrenten Bronislaw Komorowski. Eine entscheidende Rolle

dürfte am Sonntag nun das Wetter spielen: Fahren die meist jungen, wohlhabenden

Anhänger Komorowskis lieber in den Urlaub als wählen zu gehen, hat der Liberale

ein Problem.

Nach der Umfrage stimmten

49 Prozent der Befragten für Kaczynski von der Oppositionspartei Recht und Gerechtigkeit.

Auf Komorowski von der liberalen Regierungspartei Bürgerplattform entfielen demnach

47 Prozent. Vier Prozent der Befragten waren noch unentschieden. Politologe

Jacek Kloczowski sagte dem Blatt, Kaczynski habe vom Fernsehduell profitiert.

Es werde ein Kopf-an-Kopf-Rennen sein, sagte Kloczowski. GfK Polonia hatte 1000

Menschen befragt.

Hohe Fehlerquote

Zuletzt hatten Umfragen

ergeben, dass beide Kandidaten gleichauf lagen oder aber Komorowski leicht in Führung

war. Allerdings stehen die Meinungsforschungsinstitute in Polen in der Kritik, weil

sie mit ihren Vorhersagen häufig danebenlagen.

Komorowski hatte in der

ersten vor knapp zwei Wochen einen Vorsprung von fünf Prozentpunkten

vor Kaczynski geholt. Weil aber keiner der Bewerber die absolute Mehrheit erreicht

hatte, ist nun eine Stichwahl erforderlich.

Die Finanzmärkte würden nach Einschätzung von Volkswirten

und Politikwissenschaftlern einen Sieg Komorowskis begrüßen, weil er voraussichtlich

eng mit Ministerpräsident Donald Tusk zusammenarbeiten würde. Tusk gilt als unternehmerfreundlich

und befürwortet den Euro. Der Präsident in Polen kann erheblichen Einfluss auf die

Geschäfte der Regierung nehmen. Er hat ein Vetorecht gegen Gesetze sowie Mitspracherechte

in der Außen- und Sicherheitspolitik.

Quelle: rts