Politik

Verseuchte Gebiete in Vietnam säubernKampf gegen "Agent Orange"

28.06.2010, 16:49 Uhr
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Vier US-Flugzeuge versprühen im September 1965 Baumentlaubungsmittel über dem südvietnamesischen Dschungel. (Foto: picture-alliance / dpa)

Vor 35 Jahren endete der Vietnamkrieg. Nun will die UN Gebiete säubern lassen, die vom Entlaubungsmittel "Agent Orange" verseucht sind. Die US-Armee warf etwa 80 Millionen Liter des hochgiftigen Dioxins ab. Die gesundheitlichen Spätfolgen dauern bis heute an.

Rund 35 Jahre nach Ende des Vietnamkriegs wollen die Vereinten Nationen mehrere durch den Einsatz des Entlaubungsmittels "Agent Orange" durch die US-Armee verseuchte Gebiete säubern lassen. Wie das UN-Entwicklungsprogramm UNDP in Hanoi mitteilte, soll der Schwerpunkt der Arbeiten am Flughafen Bien Hoa nahe der Wirtschaftsmetropole Ho-Tschi-Minh-Stadt liegen.

Das Gebiet eines früheren US-Luftwaffenstützpunktes gilt als besonders verseucht, der UNO zufolge stellt dies für in der Gegend lebende und arbeitende Menschen ein hohes Gesundheitsrisiko dar. Für das Projekt stehen bisher fünf Millionen Dollar (vier Millionen Euro) bereit, nötig wäre UN-Angaben zufolge aber mehr als zehnmal soviel Geld.

Drei Millionen Betroffene

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Vietnamesische Kinder mit körperlichen Missbildungen, die durch den "Agent Orange"-Einsatz bedingt sind. (Foto: picture-alliance / dpa)

Auch auf zwei weiteren früheren US-Stützpunkten soll der durch hochgiftiges Dioxin, einem Bestandteil von "Agent Orange", verseuchte Boden gesäubert werden. Die US-Armee setzte das nach dem orangefarbenen Kennungsstreifen auf den Fässern benannte Entlaubungsmittel im Kampf gegen die im Dschungel versteckten kommunistischen Kämpfer ein.

Der Vereinigung von "Agent Orange"-Opfern zufolge wurde das Mittel am 10. August 1961 zum ersten Mal vom US-Militär in Südvietnam eingesetzt. Bis 1971 warf die US-Armee den Angaben zufolge 80 Millionen Liter Entlaubungsmittel ab, zu einem großen Teil "Agent Orange". Der Krieg endete 1975.

Die Regierung in Hanoi macht "Agent Orange" für eine Reihe von schweren Erkrankungen und angeborenen Missbildungen verantwortlich, Opferverbände sprechen von drei Millionen Betroffenen.

Quelle: AFP