13.02.2012 06:01 Uhr Frankfurt 05:01 Uhr London 00:01 Uhr New York 14:01 Uhr Tokio
Suche
Politik

Montag, 29. Oktober 2007

140-köpfige Delegation: Kanzlerin in Indien

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ist zu ihrem ersten Besuch in Indien eingetroffen. Sie landete am Abend Ortszeit in der Hauptstadt Neu Delhi. Bei dem viertägigen Besuch trifft sie an diesem Dienstag zunächst den indischen Premierminister Manmohan Singh und die neue Präsidentin Pratibha Patil. Mit Singh will Merkel über den Klimaschutz und eine engere Forschungskooperation sprechen. Auch die deutsche Entwicklungshilfe soll ein Thema sein.

Für Merkel ist der Indien-Besuch die dritte Asien-Reise nach einem kurzen China-Trip im vergangenen Jahr und einem längeren Besuch in China und Japan im August. Begleitet wird die Kanzlerin von einer 30-köpfigen Wirtschaftsdelegation, der zahlreiche Top-Manager wie Siemens-Chef Peter Löscher, der BASF-Vorstandsvorsitzende Jürgen Hambrecht und Bahn-Chef Hartmut Mehdorn angehören. Zudem sind Bildungsministerin Annette Schavan und mehrere Vertreter aus Wissenschaft und Forschung sowie Bundestagsabgeordnete und Vertreter von Hilfsorganisationen dabei. Insgesamt reisen 140 Personen mit Merkel nach Indien.

Handelspartner Nummer 29

Die Kanzlerin sagte, Ziel ihrer Reise sei es, neue Kontakte für die deutsche Wirtschaft zu knüpfen und die strategischen Beziehungen in bestimmten Forschungsfeldern sowie bei der wissenschaftlichen Ausbildung zu festigen. "Wir werden dafür sorgen, dass mehr indische Studenten in Deutschland ihre Ausbildung genießen."
Um den Anspruch einer stärkeren wissenschaftlichen Zusammenarbeit zu unterstreichen, wird Merkel gleich zu Beginn ihres Besuchsprogramms gemeinsam mit dem indischen Ministerpräsidenten Manmohan Singh einen Wissenschaftszug mit 13 Waggons, den "Science Express", auf den Weg schicken. Er soll in 56 indischen Städten Station machen und über die wissenschaftliche Zusammenarbeit der beiden Länder informieren.

Bei der wirtschaftlichen Zusammenarbeit sieht die Bundesregierung das Potenzial bei weitem nicht ausgeschöpft. Zwar werden bereits jetzt Waren im Wert von 10,5 Milliarden Euro im Jahr zwischen Deutschland und Indien ausgetauscht. Indien liegt in der Rangliste der wichtigsten Handelspartner Deutschlands trotzdem nur auf Platz 29.

Klimaschutz im Schwellenland

Merkel reist auch als amtierende G-8-Präsidentin nach Indien. Das zweitgrößte Land der Erde zählt neben China, Brasilien, Mexiko und Südafrika zu den fünf Schwellenländern, mit denen die Gruppe der acht wichtigsten Industriestaaten enger kooperieren möchte. Auf dem G-8-Gipfel in Heiligendamm wurde im Juni ein ständiger Dialog zu wichtigen globalen Themen vereinbart.

Auch beim Thema UN-Reform haben beide Länder die gleichen Interessen. Gemeinsam mit Japan und Brasilien setzen sie sich seit 2004 für eine Erweiterung des UN-Sicherheitsrats ein. Ein erster Versuch scheiterte 2005, Merkel dringt aber darauf, einen neuen Anlauf zu starten.

Der Klimaschutz wird ebenfalls eine größere Rolle spielen. Merkel hatte sich im Sommer einen Vorschlag Singhs zu Eigen gemacht, nach dem künftig der zulässige CO2-Ausstoß weltweit pro Kopf berechnet werden soll.

Artikel versenden

140-köpfige Delegation: Kanzlerin in Indien

Empfänger
Ihre Informationen
Persönliche Mitteilung

Die Daten werden nur zum Versenden der Nachricht benutzt und nicht gespeichert.