Sonntag, 12. August 2007
46 Jahre Mauerbau: Keine moralische Rechtfertigung
Für den Bau der Mauer gibt es aus Sicht der Vizechefin der Bundestags-Linksfraktion, Petra Pau, weder eine politische noch eine moralische Rechtfertigung. "Die Mauer hat vielen Menschen, die sich dem DDR-System durch Flucht entziehen wollten, Gefängnis, Verletzung oder den Tod gebracht", sagte Pau der dpa. Die Mauer stehe für das Scheitern des DDR-Staatssozialismus.
Die neue Partei Die Linke werde mit dem historischen Datum 13. August 1961 so umgehen, wie es sich die frühere PDS mit der Verurteilung des Mauerbaus und einer öffentlichen Entschuldigung "in den eigenen Reihen hart erstritten" habe, sagte Pau.
"Die Mauer hat das Volk der DDR elementarer Menschenrechte beraubt, Familien zerrissen und Freundschaften zerstört sowie die kulturelle und intellektuelle Entwicklung eingeschränkt", sagte die Bundestagsabgeordnete. Dies sei für die neue Linke auch eine Mahnung, dass Demokratie und Menschenrechte nie wieder gegen soziale Errungenschaften aufgerechnet werden dürften. Vertreter der Linken werden an diesem Montag, dem 46. Jahrestag des Mauerbaus, vielerorts an Gedenkveranstaltungen teilnehmen.
Konsens im Programm
Die Verurteilung des Mauerbaus sei programmatischer Konsens bei der Linken, betonte Pau. Dies sollte aus ihrer Sicht auch im neuen Parteiprogramm der fusionierten Partei festgeschrieben werden. Die Grundsätze sollen bis zum nächsten Jahr erarbeitet werden. Die PDS, Nachfolgerin der einstigen DDR-Staatspartei SED, war vor kurzem mit der westdeutschen Wahlalternative Arbeit und Soziale Gerechtigkeit (WASG) verschmolzen worden.
Am 13. August 1961 hatte die DDR mit der Abriegelung der Grenzen zu West-Berlin begonnen und damit die deutsche Teilung besiegelt. Diese ging erst mehr als 28 Jahre später am 9. November 1989 mit dem Fall der Mauer zu Ende.
Noch immer steht die Zahl der Mauertoten nicht endgültig fest. Nach neuen Erkenntnissen des Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam starben zwischen 1961 und 1989 an der Berliner Mauer 133 Menschen. Die Arbeitsgemeinschaft 13. August nennt höhere Zahlen.
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