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Altkanzler Kohl streitet für sein Lebenswerk.
Altkanzler Kohl streitet für sein Lebenswerk.(Foto: dapd)

"Frage von Krieg oder Frieden": Kohl ermahnt Europa-Skeptiker

Altkanzler Kohl, Wegbereiter der europäischen Einheit, kämpft für sein Lebenswerk. Die Krise in der EU müsse als Chance verstanden werden - für ein Mehr an Gemeinschaft. Und diese sei immer noch der Garant für Frieden, so das politische Urgestein.

Es sind dramatische, eindringliche Worte, die Helmut Kohl findet. Vom Zerbrechen ist die Rede, von den Hoffnungen der Gründerväter, von Krieg und Frieden. Kein Zweifel, der Altkanzler macht sich Sorgen um Europa. Angesichts der Schuldenkrise und des düsteren Dramas um das abrutschende Griechenland streitet Kohl in einem Beitrag für die "Bild"-Zeitung für den europäischen Zusammenhalt.

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Die Erkenntnis, dass es "nie wieder Krieg" geben dürfe, bleibe gültig, so Kohl. Und dieses Postulat sei vielleicht der wichtigste Grund gewesen, die europäischen Staaten zu einen. "Die bösen Geister der Vergangenheit sind keineswegs gebannt, sie können immer wieder zurückkommen", warnt der 81-Jährige. Und fügt aus seiner persönlichen Vergangenheit hinzu: "Wer wie ich den Krieg als junger Mensch mit all seinen Schrecken und seiner Not erlebt hat, kann aus eigener Erfahrung ermessen, welchen Wert Europa für Frieden und Freiheit hat."

Die gemeinsame Währung, der Wegfall des Eisernen Vorhangs, die Ausweitung der Europäischen Union nach Osten – "dies alles stärkt Europa als Hort von Frieden und Freiheit, im globalen Wettbewerb und als Partner in der Welt." Denen, die an Europa zweifelten, halte er also entgegen: "Wo stünden wir heute in Europa, wenn wir den Kleinmütigen und Bedenkenträgern immer erlegen wären und die große europäische Idee nicht gegen erhebliche Widerstände durchgesetzt hätten?"

"Alternativlos"

Der Weg nach Europa sei mühsam, weiß Kohl, gewiss einer der wichtigsten Wegbereiter der Gemeinschaft, zu berichten. Rückschläge gehörten dazu, "manches Mal zwei Schritte vor – und einen Schritt zurück". Aber nicht den Bedenkenträgern gehöre die Zukunft, "sondern denen, die mit einem klaren Ziel vor Augen die Dinge bewegen." Die Krise, fordert Kohl, müsse als Chance gesehen werden. "Wir brauchen – gerade jetzt – mehr und nicht weniger Europa."

"Lassen wir uns nicht beirren", resümiert Kohl in seinem kurzen Aufsatz. Zu Europa gebe es keine Alternative. Und: "Wir haben allen Grund zum Optimismus."

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Quelle: n-tv.de

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