Freitag, 01. Mai 2009
Berlin und Hamburg: Krawalle zum 1. Mai
In der Nacht zum 1. Mai ist es in Berlin nur vereinzelt zu den befürchteten Krawallen gekommen. Eine teils aggressive und betrunkene Menge von rund 250 Personen stand nach Mitternacht im Stadtteil Friedrichshain der Polizei gegenüber. Die Beamten wurden mit Flaschen und Steine beworfen, auch eine vorbeifahrende Straßenbahn wurde angegriffen. Insgesamt nahm die Polizei 57 Randalierer fest. 48 Beamte wurden leicht verletzt.
Auch im Hamburger Schanzenviertel kam es in der Nacht wieder zu Randale. Dabei wurden laut Polizei drei Beamte leicht verletzt, ein Zivilpolizist erlitt eine Platzwunde am Kopf. Drei Verdächtige wurden festgenommen, eine zunächst nicht bekannte Zahl von Randalierern kam in Gewahrsam. In der Nacht hatten Gewalttäter unter anderem eine Bank im Schanzenviertel angegriffen und Flaschen auf Polizisten geworfen.
Schwere Krawalle wie in früheren Jahren seien ausgeblieben, sagte eine Berliner Polizeisprecherin. Im Mauerpark im Stadtteil Prenzlauer Berg genossen am Vorabend des 1. Mai etwa 2000 Menschen ohne Störungen die Walpurgisnacht. Am Boxhagener Platz in Friedrichshain feierten bis 22.30 Uhr rund 2000 Menschen friedlich. Nach einem Konzert warfen dort teilweise schwarz gekleidete Randalierer Steine und Flaschen. Beamte stoppten einen spontanen Aufzug linksautonomer Demonstranten und riegelten die Umgebung ab. Die Polizei bot in der Walpurgisnacht in Berlin rund 2000 Einsatzkräfte auf.
In den Vorjahren war es wiederholt zu größeren Krawallen in der Hauptstadt gekommen. 2008 hatte die Polizei dort die friedlichste Walpurgisnacht seit mehr als zehn Jahren vermeldet. Rund um den 1. Mai sind in diesem Jahr etwa 5000 Beamte in Berlin im Einsatz, etwa 300 mehr als 2008. Die Polizei verfolgt wieder die Strategie der Deeskalation. Danach halten sich die Beamten zurück, solange es friedlich bleibt - bei Ausbruch von Gewalt wird konzentriert zugegriffen. Auch am Abend des 1. Mai gab es in Berlin-Kreuzberg immer wieder Ausschreitungen.
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