Dienstag, 24. Juni 2008
Schließungskonzept für Asse II
Krisengipfel schickt Experten
Wegen der Pannen im Atommülllager Asse II schickt Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) eine Expertengruppe nach Niedersachsen. Das zusätzliche Personal solle sicherstellen, dass "alle Informationen auf den Tisch des Hauses kommen", sagte Gabriel nach einem Treffen mit Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) und dem niedersächsischen Umweltminister Hans- Heinrich Sander (FDP) in Berlin. Kürzlich war bekanntgeworden, dass in dem Forschungsbergwerk bei Wolfenbüttel radioaktive Salzlauge lagert, die die zulässigen Grenzwerte deutlich überschreitet.
Gabriel, Schavan und Sander versicherten, dass davon keine Gefahr für die Bevölkerung ausgehe. Es gehe aber darum, zukünftige Gefahren zu verhindern, sagte Gabriel. Schavan, die als Forschungsministerin für das Helmholtz-Zentrum - den Betreiber des unterirdischen Lagers - verantwortlich ist, ergänzte: "Es gilt der Grundsatz Transparenz - vor allem gegenüber der Bevölkerung vor Ort."
In einer Aktuellen Stunde wird das Thema in dieser Woche auch den Bundestag beschäftigen. Die umweltpolitische Sprecherin der Grünen- Fraktion, Sylvia Kotting-Uhl, kritisierte: "An der Bundesatomaufsicht vorbei wurde im Atomlager Asse II eine tickende Zeitbombe geschaffen." Auch Gabriel beklagte Defizite beim Betreiber und beim Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG). Klarheit über die Fehler soll nun ein Bericht bringen, den das niedersächsische Umweltministerium in den Sommermonaten erarbeiten soll.
Darüber hinaus soll laut Gabriel noch in diesem Jahr über ein Schließungskonzept für Asse II entschieden werden. Die Standsicherheit des Lagers sei derzeit nicht über das Jahr 2014 hinaus gewährleistet. Deshalb sei die Frage zu klären, ob das Bergwerk stabilisiert werden und als Endlager genutzt werden kann oder ob der Atommüll an anderer Stelle gelagert werden muss.
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