Sonntag, 02. Mai 2010
Rot-Rot-Grün in NRW: Lafontaine sieht noch Chance
(Foto: dpa)
Linken-Chef Oskar Lafontaine schließt ein Bündnis mit SPD und Grünen in Nordrhein-Westfalen bei ausreichenden Mehrheiten nicht aus. Es bleibe eine "Außenseiterchance für Rot-Rot-Grün", sagte Lafontaine dem "Tagesspiegel". "Wenn die SPD nur in dieser Konstellation eine Ministerpräsidentin stellen kann, wird sie ihre unpolitischen Eiertänze bereuen und neu nachdenken", sagte der Linken-Vorsitzende.
Viele Mitglieder seiner Partei hätten allerdings mit der SPD sehr schlechte Erfahrungen gemacht. "Im Falle des Falles müssen wir Überzeugungsarbeit leisten." Er sei sich aber sicher, dass letztlich die Mehrheit der Linken-Mitglieder für eine Regierungsbeteiligung in NRW stimmen werde, wenn so der Sozialabbau über den Bundesrat gestoppt werden könne. In Nordrhein-Westfalen wird am kommenden Sonntag ein neuer Landtag gewählt. SPD-Spitzenkandidatin Hannelore Kraft hat die Linke mehrfach als "nicht regierungs- und koalitionsfähig" bezeichnet.
Zum schwierigen Verhältnis zwischen Linken und SPD meinte Lafontaine: "Wir können uns nur versöhnen über gemeinsame politische Ziele." Ohne die SPD sei keine linke Mehrheit in Deutschland möglich. "Aber die SPD muss auch linke Politik wollen." Auf die Frage, ob das Verhältnis beider Parteien mit seinem bevorstehenden Rückzug vom Bundesvorsitz einfacher werde, sagte Lafontaine: "Es ist doch kindisch, wenn Sozialdemokraten so denken. Es geht um die Interessen der Bevölkerung, nicht um das Abreagieren von Gefühlen."
dpa
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