Mittwoch, 04. November 2009
1200 unentdeckte Morde im Jahr: Leichenschau soll besser werden
Die Justizminister der Länder wollen bei der Leichenschau mehr Spezialisten einsetzen, um die Zahl unentdeckter Morde in Deutschland zu reduzieren. Seriöse Schätzungen gingen von mindestens 1200 Fällen im Jahr aus, in denen Ärzte irrtümlich eine natürliche Todesursache feststellten, sagte Sachsens Justizminister Jürgen Martens der "Neuen Osnabrücker Zeitung".
An diesem Donnerstag trifft er seine Ressortkollegen aus Bund und Ländern zur Justizministerkonferenz in Berlin. Bei dem Treffen, dem Martens vorsitzt, steht das Thema auf der Tagesordnung.
"Die bisher für die Leichenschau zuständigen Haus- oder Klinikärzte haben oft nicht die Zeit und nicht immer das erforderliche Fachwissen, um Fälle von Mord oder Totschlag zu entdecken", sagte der FDP-Politiker. "Wir brauchen dringend speziell ausgebildete Mediziner für die Leichenschau, wie es in anderen EU- Ländern längst üblich ist." Nach den Plänen einer Arbeitsgruppe der Justizministerkonferenz müssen Mediziner künftig eine Weiterbildung bei der Ärztekammer vorweisen, um Leichenschauen durchführen zu können. Im Gegenzug sollen die Ärzte für die Leichenschau besser bezahlt werden.
dpa
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