Samstag, 01. Oktober 2011
Besinnung auf Tradition: Lindner denkt FDP neu
FDP-Generalsekretär Christian Lindner erwartet von seiner kriselnden Partei eine programmatische "Selbstkorrektur". Er sagte der "Frankfurter Rundschau", die FDP sei in der Vergangenheit manchmal mit einer Politik "in Verbindung gebracht worden", wie sie in den USA die Neokonservativen verträten.
"Bei denen nimmt das Vertrauen auf den ungeregelten Markt mitunter religiöse Züge an. Zugleich wurde die wirtschaftliche Vernunft im billigen Zentralbankgeld ertränkt." Dies aber entspreche nicht "der Tradition eines Otto Graf Lambsdorff und der Sozialen Marktwirtschaft". Dies wieder stärker herauszuarbeiten, könnte "ein Anknüpfen an bestehende Traditionen und ein Teil Selbstkorrektur sein", meinte Lindner.
Keine Reichensteuer
Liberale pflegten "eine skeptische Staatsfreundschaft" - der Einzelne sei zwar Ausgangspunkt ihrer Politik, "aber er kann mit seiner Freiheit nichts anfangen, wenn Ressourcen wie Gesundheit, intakte Umwelt, Infrastruktur und Bildung nicht zur Verfügung stehen". Der Zugang zu diesen Gütern sei "eine Frage der Gerechtigkeit, die wir in Deutschland noch nicht befriedigend gelöst haben".
Außerdem sei der Staat "unverzichtbar für die Ordnung der Märkte", etwa bei der notwendigen Regulierung von Hedgefonds, so der FDP-Generalsekretär. Steuererhöhungen für Reiche lehnte Lindner allerdings weiterhin ab.
Nach der Wahlschlappe in Berlin mit einem Ergebnis von nur noch 1,8 Prozent war die FDP in dieser Woche auch in einer Umfrage bundesweit auf das Rekordtief von zwei Prozent abgesackt. Ende Oktober wollen Präsidium und Bundesvorstand auf einer Klausur über den künftigen Kurs der Partei beraten.
dpa/rts
Hintergründe zur Nachricht
Politik
-
Parade in Moskau geplant
Polizei nimmt Homosexuelle fest
-
"Auf die Befreiungsschlacht vorbereiten"
Syrischer Nationalrat warnt
-
Entschädigung der Zwangsarbeiter
Seehofer macht Druck
-
Neue Lyrik über Griechenland
Spott ergießt sich über Grass
-
Wieder tote Zivilisten in Afghanistan
Nato-Bomben töten Familie
-
Umstrittenes Atomprogramm
Iran baut zweites AKW
-
Mehr als 30 tote Kinder
Massaker sorgt für Empörung
-
Rückbau der Atomruine dauert 30 Jahre
Abklingbecken sicher vor Beben
-
Anerkennung von Gesundheitsschäden
SED-Opfer warten jahrelang
-
Idealer SS-Mann und blonde Bestie
Aufstieg und Tod des Reinhard Heydrich
-
Deutsche Interessen vernachlässigt?
Steinbrück: Kanzlerin vereinsamt
-
Zustimmung zum Fiskalpakt
Schwarz-Gelb macht Druck