Montag, 28. September 2009
Der Osten wählt anders: Linke holt 16 Direktmandate
Nach der Bundestagswahl 2002 boten sie ein trauriges Bild: Petra Pau und Gesine Lötzsch hatten für die PDS die einzigen beiden Wahlkreise gewonnen und durften im Bundestag auf einer hinteren Bank nebeneinander Platz nehmen. Der PDS-Fraktion blieb der Einzug ins Parlament mit 4 Prozent der Stimmern versagt. Sieben Jahre später sind die Zeiten, in denen sich die Linke mit gewonnen Direktmandaten in den Bundestag retten muss, vorbei. Mit 11,9 Prozent der Zweitstimmen kann sie 76 Abgeordnete in den neuen Bundestag entsenden. Und noch erstaunlicher: Gleich 16 Direktmandate konnte die Linke holen.
Mit dabei sind wieder Pau und Lötzsch. Pau gewann ihren Berliner Wahlkreis, Marzahn-Hellersdorf, souverän mit 47,6 Prozent. 47,5 Prozent konnte Lötzsch in Berlin-Lichtenberg verbuchen. Und Gregor Gysi kam in Berlin-Treptow auf 44,7 Prozent. Überraschend war aber ein weiterer Wahlkreis der Hauptstadt: In Pankow musste sich SPD-Urgestein Wolfgang Thierse dem jungen Stefan Liebich geschlagen geben.
Linke stärkste Kraft in Sachsen-Anhalt
Daneben gewann die Linke direkte Mandate in Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt. In Sachsen-Anhalt konnte sie sogar einen historischer Sieg verbuchen: Die Bundestagswahl hat dort die bisherigen Mehrheitsverhältnisse auf den Kopf gestellt. Die Linke holte die meisten Stimmen und entschied damit erstmals in Sachsen-Anhalt eine Wahl für sich. Nach dem vorläufigen Endergebnis erhielt die Linke 32,4 Prozent der Zweitstimmen und legte um 5,8 Prozentpunkte zu. Großer Verlierer ist wie im Bund die SPD, die dramatisch einbrach und ihr Ergebnis auf 16,9 Prozent in etwa halbierte. Die CDU gewann 5,5 Punkte hinzu und wurde mit etwa 30,1 Prozent zweitstärkste Kraft.
Die SPD, die seit 1998 immer alle Direktmandate geholt hatte, ging in den neun Wahlkreisen komplett leer aus.
tar/dpa
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