Politik

"Hätte Deportationen angeordnet"Mehdorn mit Nazis verglichen

11.03.2008, 16:58 Uhr

Bahnchef Mehdorn erwägt "juristische Schritte" gegen den Geschäftsführer der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf, Szentei-Heise, weil dieser ihn mit Nazis auf eine Stufe gestellt haben soll.

Bahnchef Hartmut Mehdorn erwägt "juristische Schritte" gegen den Geschäftsführer der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf, Michael Szentei-Heise, weil dieser ihn mit Nazis auf eine Stufe gestellt haben soll. Laut lokalen Medien und einer Pressemitteilung der Bahn soll Szentei-Heise bei der Eröffnung einer Gedenkausstellung zu den Juden-Deportationen mit Hilfe der damaligen Reichsbahn in Düsseldorf gesagt haben, wenn Mehdorn während der NS-Zeit "in derselben Position gewesen wäre wie heute, hätte er mit großer Überzeugung Deportationen angeordnet".

Szentei-Heise erklärte, er habe nirgendwo in seiner Rede das Wort "Nazi" benutzt. Allerdings habe er Mehdorn den "aktuellen Führer der neuen Reichsbahn" genannt, der "möglicherweise sogar mit großer Überzeugung genau dasselbe angeordnet hätte" wie seine Vorgänger in der NS-Zeit. "Das ist selbstverständlich angreifbar und war auch so gedacht", sagte der Geschäftsführer der Gemeinde. Er habe damit die Diskussion um die Rolle der Bahn bei den damaligen Deportationen anstoßen wollen.

Ausgangspunkt der Angriffe des Gemeinde-Geschäftsführers war die Haltung der Bahn, für die mobile Dokumentation "Zug der Erinnerungen" Gleisgebühren zu verlangen.

"Die Äußerungen sind unverzeihlich, und wir werden es den Juristen überlassen, diese zu bewerten", sagte Mehdorn. "Solch ungeheuerliche Vorwürfe disqualifizieren sich von selbst." Ein Bahnsprecher wollte nicht sagen, welche rechtlichen Schritte Mehdorn ergreifen werde.