Montag, 29. September 2008
Hunderttausende auf der Flucht: Militäroffensive in Pakistan
Mehr als 20.000 Menschen sind in den vergangenen Wochen vor schweren Kämpfen im Nordwesten Pakistans ins Nachbarland Afghanistan geflüchtet.
Wie das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) mitteilte, suchen die Menschen Schutz vor einer im August gestarteten Offensive des pakistanischen Militärs gegen radikalislamische Extremisten in der halbautonomen Stammesregion Bajaur. Bei Gefechten wurden nach Militärangaben in der Region wieder mindestens 23 Menschen getötet.
Decken und Lebensmittel
Fast 4000 Familien seien bislang über die Grenze in die ostafghanische Provinz Kunar gekommen, erklärte das UNHCR. Dort würden sie vom Flüchtlingshilfswerk und anderen Hilfsorganisationen mit Decken, Brennmaterial und Lebensmitteln versorgt.
Mit mobilen Krankenstationen werde zudem eine medizinische Grundversorgung gesichert. Zahlreiche Familien seien aber auch bei Verwandten untergekommen, hieß es. Das UNHCR geht davon aus, dass die Flüchtlinge nach Ende der Kämpfe in ihre Heimat zurückkehren werden.
Hunderttausende auf der Flucht
Nach Angaben von Menschenrechtlern flohen zudem etwa 300.000 Zivilisten aus Bajaur in andere Landesteile Pakistans. Die Regierung in Islamabad äußerte sich bislang nicht zu dem Flüchtlingsproblem.
Bei den jüngsten Gefechten kamen nach Militärangaben neun Angehörige einer mit den Sicherheitskräften verbündeten Stammesmiliz sowie drei Taliban-Kämpfer ums Leben. Sechs weitere Menschen seien verletzt worden, als die Miliz versuchte, von den Taliban besetzte Häuser zurückzuerobern, hieß es. Elf Aufständische seien zudem bei Luftangriffen gegen Taliban-Stellungen getötet worden.
Seit Beginn der Offensive in Bajaur starben nach offiziellen Angaben rund 800 Extremisten und Dutzende Soldaten. Die Region gilt als Rückzugsraum für Taliban-Kämpfer und El-Kaida-Terroristen, die in Afghanistan aktiv sind.
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