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Politik

Sonntag, 14. September 2008

Lawrow in Abchasien: Moskau schafft Fakten

Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat der abtrünnigen georgischen Region Abchasien eine weitgehend offene Grenze zu Russland in Aussicht gestellt. Bei einem Besuch in der abchasischen Hauptstadt Suchumi sagte Lawrow, die Grenze werde "fast durchsichtig" sein, so wie zwischen den Staaten der Europäischen Union.

Derzeit bereiten Russland und Abchasien laut Lawrow ein Abkommen über Bewegungsfreiheit, doppelte Staatsbürgerschaft und andere Bereiche vor. Dazu zähle auch eine engere Zusammenarbeit auf den Gebieten Verteidigung, Sicherheit, Grenzschutz und Zoll.

"Unangebracht"

Russland werde sich dafür einsetzen, dass Abchasien ein "vollkommen unabhängiger Staat" werde, ergänzte Lawrow, der in Suchumi den selbsternannten abchasischen Präsidenten Sergej Bagapsch traf. Der russische Außenminister griff mit scharfen Worten die NATO an, die an diesem Montag mit einer ranghohen Delegation in der georgischen Hauptstadt Tiflis erwartet wird. Zu der Kritik von NATO-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer an Russlands Vorgehen in Georgien sagte Lawrow, derartige Äußerungen seien "für den Chef so einer seriösen Organisation unangebracht".

Moskau hatte Ende August die Unabhängigkeit von Abchasien und der ebenfalls abtrünnigen Region Südossetien anerkannt und damit Empörung ausgelöst.

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