Donnerstag, 08. Juli 2010
Al Kaida-Anschlag in Norwegen vereitelt: Mutmaßliche Terroristen verhaftet
Ein Uigure, ein Iraker und ein Usbeke werden in Norwegen unter Terrorverdacht festgenommen. Sie sollen einen Anschlag für das radikalislamistische Terrornetzwerk Al Kaida vorbereitet haben. Die Behörden hatten die mutmaßlichen Terroristen schon längere Zeit im Visier. Deutschland half bei den Ermittlungen.
Norwegens Präsident Stoltenberg (rechts) unterrichtet die Presse über die Festnahme.
(Foto: REUTERS)
In Deutschland und Norwegen sind drei Terrorverdächtige festgenommen worden, die Verbindungen zum Netzwerk Al Kaida haben sollen. Die Männer hätten sich zu einer Zelle zusammengeschlossen, um eine "terroristische Handlung" zu planen, sagte Generalstaatsanwalt Jan Glent in Oslo. Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft in Frankfurt am Main wurde einer der Verdächtigen in Duisburg verhaftet.
Zwei Männer seien in Norwegen, ein weiterer mit Hilfe der deutschen Behörden in Deutschland festgenommen worden, teilte die Chefin der Sicherheitspolizei, Janne Kristiansen, mit. Bei ihnen handelt es sich demnach um einen 39-jährigen Norweger uigurischer Abstammung, einen 37 Jahre alten Kurden aus dem Irak und einen Usbeken im Alter von 31 Jahren.
"Tourist" in Deutschland
Nach Angaben der Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft hielt sich der 37-Jährige aus dem Irak seit einigen Tagen als "Tourist" in Deutschland auf. Er soll nach Norwegen ausgeliefert werden, wie ein Behördensprecher auf Anfrage sagte.
Die norwegische Polizei machte keine Angaben zu den Anschlagsplänen der Gruppe. Die Beamten hätten die Verdächtigen bereits seit geraumer Zeit beobachtet und dabei über "ausreichend Kontrolle" über den Fall verfügt. Für die Öffentlichkeit habe keine Gefahr bestanden, teilte die Polizei mit.
Die drei Männer hätten sich zusammengeschlossen, "um eine terroristische Handlung" zu begehen, sagte der norwegische Generalstaatsanwalt Glent. "Wir stufen diesen Fall als sehr ernst ein". Es lägen zahlreiche Verdachtsmomente gegen die Festgenommenen vor. Bei einer Verurteilung drohen ihnen bis zu zwölf Jahre Haft.
Anschlagsplänen in New York und Manchester
Norwegens Ministerpräsident Jens Stoltenberg unterbrach seinen Sommerurlaub und kehrte in die Hauptstadt zurück. Die Festnahmen bezeichnete er als die "schwerwiegendsten ihrer Art", die es je in Norwegen gegeben habe.
Die Ermittler gehen der norwegischen Generalstaatsanwaltschaft zufolge davon aus, dass die drei Verdächtigen in Verbindung zu Anschlagsplänen in New York und Manchester im vergangenen Jahr stehen und auch Kontakte zu Al Kaida unterhalten. Die US-Staatsanwaltschaft hatte am Mittwoch mehrere Al Kaida-Anführer benannt, die hinter Anschlagsplänen auf die New Yorker U-Bahn im September 2009 und in der nordostenglischen Stadt Manchester stecken sollen.
AFP
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