Donnerstag, 21. Mai 2009
10,7 Milliarden neue Schulden: Nachtragshaushalt steht
Der Bund muss im laufenden Jahr weitere 10,7 Milliarden Euro an neuen Schulden aufnehmen. Damit plant der Staat nach den bisherigen Plänen eine Nettokreditaufnahme von insgesamt 47,6 Milliarden Euro. Dies geht aus dem Entwurf des Bundesfinanzministeriums für einen zweiten Nachtragshaushalt hervor. In einem ersten Nachtrag waren bereits insgesamt 36,9 Milliarden Euro Nettokreditaufnahme veranschlagt worden. Der Nachtragshaushalt soll am Mittwoch kommender Woche im Kabinett verabschiedet werden.
Eigentlich wollte Finanzminister Steinbrück keine Schulden mehr machen müssen.
(Foto: AP)
Nach der Mai-Steuerschätzung muss der Bund in diesem Jahr mit einem Steuerausfall von 25 Milliarden Euro rechnen. Bis 2013 soll sich der Steuerausfall dann auf mehr als 300 Milliarden Euro belaufen. Ein Sprecher des Finanzministeriums teilte mit: "Einnahmeverluste und zusätzliche Ausgaben für den Arbeitsmarkt können nicht durch Kürzungen an anderer Stelle kompensiert werden. Dies wäre in der jetzigen Situation konjunkturpolitisches Gift." Daher mache die "schwerste Rezession in der Geschichte der Bundesrepublik ... eine nochmalige Erhöhung der Nettokreditaufnahme unvermeidlich".
Ausgaben von 303 Milliarden
Die Konjunkturprognose der Bundesregierung geht in diesem Jahr von einem Einbruch von sechs Prozent aus. Mit dem zweiten Nachtrag rechnet nun der Bund mit Ausgaben von gut 303 Milliarden Euro. Das ist ein Anstieg um 7,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. An Steuereinnahmen veranschlagt der Bund gut 225 Milliarden und an sonstigen Einnahmen gut 30 Milliarden Euro. Die Investitionen liegen dann mit dem zweiten Nachtrag bei knapp 33 Milliarden Euro. Damit liegt die Nettokreditaufnahme für das gesamte Jahr fast 15 Milliarden über den Investitionen.
In der Begründung für den Nachtrag heißt es mit Blick auf die beiden Konjunkturprogramme der Bundesregierung mit insgesamt 80 Milliarden Euro: "Der Bundeshaushalt ermächtigt die Bundesregierung, Ausgaben zu leisten und Verpflichtungen einzugehen, von denen viele den Wirtschaftsunternehmen zugutekommen." Der Entwurf stellt für 2009 "eine ernsthafte und nachhaltige Störung des gesamtwirtschaftlichen Gleichgewichts" fest. Als Anzeichen für eine solche Störung gilt ein Missverhältnis zwischen Investitionen und entsprechend höherer Neuverschuldung. Der erste Nachtragshaushalt war Ende Februar verabschiedet worden.
dpa
Hintergründe zur Nachricht
Politik
-
Noch mehr Tote bei Massaker in Hula
UN-Sicherheitsrat tagt
-
Parade in Moskau geplant
Polizei nimmt Homosexuelle fest
-
Entschädigung der Zwangsarbeiter
Seehofer macht Druck
-
Neue Lyrik über Griechenland
Spott ergießt sich über Grass
-
Wieder tote Zivilisten in Afghanistan
Nato-Bomben töten Familie
-
Umstrittenes Atomprogramm
Iran baut zweites AKW
-
Mehr als 30 tote Kinder
Massaker sorgt für Empörung
-
Rückbau der Atomruine dauert 30 Jahre
Abklingbecken sicher vor Beben
-
Anerkennung von Gesundheitsschäden
SED-Opfer warten jahrelang
-
Idealer SS-Mann und blonde Bestie
Aufstieg und Tod des Reinhard Heydrich
-
Deutsche Interessen vernachlässigt?
Steinbrück: Kanzlerin vereinsamt
-
Zustimmung zum Fiskalpakt
Schwarz-Gelb macht Druck