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Start einer nordkoreanischen Rakete - wie weit ist Pjöngjang mit seinem Atomprogramm?
Start einer nordkoreanischen Rakete - wie weit ist Pjöngjang mit seinem Atomprogramm?(Foto: dpa)
Dienstag, 08. August 2017

Raketen mit Atomsprengköpfen: Neue Phase der Gefahr durch Nordkorea?

Nordkorea hat einen weiteren großen Schritt auf dem Weg zur vollwertigen Atommacht unternommen. Zu diesem Schluss kommen offenbar Japan und die USA unabhängig voneinander. Zur Entschärfung des Konflikts mit Pjöngjang dürfte dies nicht beitragen.

Nordkorea ist nach Erkenntnissen der USA und Japans in der Lage, seine Raketen mit Miniatur-Atomsprengköpfen zu bestücken. Wie die "Washington Post" unter Berufung auf vertrauliche Geheimdiensterkenntnisse berichtet, hat Nordkoreas Atom- und Raketenprogramm erhebliche Fortschritte gemacht. Die Bestückung könne Interkontinentalraketen umfassen. Ein in Tokio veröffentlichtes Weißbuch des japanischen Verteidigungsministeriums kommt zu dem gleichen Ergebnis.

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Sollte dies der Fall sein, könnte es die Führung in Pjöngjang "zu selbstsicher" machen und zu riskanten militärischen Provokationen verleiten, hieß es in Japan. In dem knapp 570 Seiten langen Bericht wird auch auf zwei Atomtests und 20 weitere Tests mit ballistischen Raketen im Vorjahr verwiesen. Die Studie kommt zu dem Schluss, es sei eine "neue Phase der Bedrohung" durch Nordkorea erreicht.

Raketentest Ende Juli

Der Bericht der "Washington Post" gelangt zu der Einschätzung, dass Nordkorea nach Ansicht des Geheimdienstes DIA (Defence Intelligence Agency) bei seinem Programm viel schnellere Fortschritte macht als bisher angenommen. Der jetzt bekannt gewordene Schritt sei für Nordkoreas Weg zu einer vollwertigen Atommacht entscheidend. Er vergrößere die weltweiten Sorgen.

Der Konflikt mit dem kommunistisch regierten Land gilt als der derzeit gefährlichste der Welt. Japan und Südkorea sind Verbündete der USA, dem Erzfeind der Führung in Pjöngjang. Beide Länder fühlen sich durch das Atom- und Raketenprogramm Nordkoreas zunehmend bedroht.

Trotz aller Verbote des UN-Sicherheitsrates sowie aller Warnungen hatte Nordkorea am 28. Juli eine Interkontinentalrakete getestet. Diese hatte nach Berechnungen von Experten eine theoretische Reichweite von rund 10.000 Kilometern. Als Reaktion auf den Raketentest hat der UN-Sicherheitsrat am Wochenende die bislang schärfsten Wirtschaftssanktionen gegen Nordkorea verhängt.

Bis zu 60 Atomwaffen möglich?

Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un hatte nach dem Test gesagt, das Festland der USA sei jetzt in Reichweite. Nach Ansicht amerikanischer Experten wäre eine solche Rakete in der Lage, auch Städte wie Los Angeles oder Chicago zu erreichen. Nach Einschätzung der USA verfügt Nordkorea über das Potenzial für bis zu 60 Atomwaffen. Unabhängige Experten wie der ehemalige Direktor des US-Atomlabors in Los Alamos, Siegfried Hecker, sprechen von 20 bis 25 Bomben.

Die "Washington Post" zitiert Hecker mit der Ansicht, man solle die von Nordkorea ausgehende Gefahr nicht übertreiben. Japans neuer Verteidigungsminister, Itsunori Onodera, hatte am Freitag gefordert, die Angriffskapazitäten seines Landes zu stärken. Kritiker befürchten, dass Japans pazifistische Verfassung verletzt werden könnte. Artikel 9 verbietet die Anwendung von Gewalt zur Beilegung internationaler Streitigkeiten.

Quelle: n-tv.de

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