Dienstag, 02. September 2008
Nach Asse-Pannen: Neuer Betreiber möglich
Nach jahrelangen Pannen im niedersächsischen Atommülllager Asse schließt das Bundesforschungsministerium einen Wechsel des Betreibers nicht aus. Ob die Verantwortung damit vom Helmholtz-Zentrum München für Gesundheit und Umwelt (HMGU) auf das dem Bundesumweltministerium zugeordneten Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) übergeht, bleibt aber zunächst offen. Der Staatssekretär des Bundesforschungsministeriums, Frieder Meyer-Krahmer, wollte dies nicht kommentieren. Experten erwarten, dass mit einer stärkeren Ausrichtung der Genehmigungsverfahren auf das Atomrecht das Strahlenschutzamt den Zuschlag bekommen dürfte.
Über diese und weitere Fragen soll am Donnerstag in einem Gespräch zwischen von Forschungsministerin Annette Schavan (CDU), Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) und dessen niedersächsischem Amtskollegen Hans Heinrich Sander (FDP) gesprochen werden. Das zum Forschungsministerium gehörende Helmholtz-Zentrum war im jetzt von Sander vorgelegten Zwischenbericht zum ehemaligen Salzbergwerk Asse ebenso unter Beschuss geraten wie das für die Genehmigung zuständige Landesamt. Danach wurde "in der Asse viele Jahre mit radioaktiver Lauge ohne die erforderliche strahlenschutzrechtliche Genehmigung umgegangen".
Meyer-Krahmer stellte sich vor die "geprügelten Mitarbeiter". Es gebe zwar Defizite. "Aber wir handeln heute mit Standards, die es damals nicht gab." Zugleich forderte der Staatssekretär ein hohes Tempo zur Sicherung des Atommülls sowie des Bergwerks. Dessen Stabilität sei nach bisherigen Erkenntnissen von 2014 an gefährdet, so dass bis dahin eine Bergung radioaktiv verseuchter Abfälle nötig sei. Ein Gutachten mache inzwischen Hoffnung auf Verlängerung dieses Zeitraums um zehn Jahre. Nach der Planungsphase bleibe aber kaum Zeit bis zu einer etwaigen Flutung und Schließung der Anlage.
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