Sonntag, 02. September 2007
Jobmotor Familie: Neuer Geschäftszweig
Bundesarbeitsminister Franz Müntefering sieht in den Familien einen ungenutzten Jobmotor. Private Haushalte müssten sehr viel stärker als Arbeit- und vor allem als Auftraggeber gefördert werden, sagte er am Wochenende. Die Arbeitslosigkeit sei in vielen anderen Ländern niedriger, weil dort erheblich mehr personennahe Dienstleistungen erbracht würden. In einem ersten Schritt schlägt er vor, die steuerlichen Vergünstigungen rund um Haus und Familie zu vereinfachen.
Müntefering schwebt ein neuer Geschäftszweig vor, zu dem die Betreuung von Kindern oder Arbeiten im Haushalt gehören würden. Derzeit können private Haushalte bei Kosten von je 3000 Euro für Kinderbetreuung, Modernisierung im Haus und ökologische Sanierung jeweils 600 Euro von der Steuer absetzen. "Wir sollten das vielleicht in einem Betrag zusammen fassen", schlug der SPD-Politiker in der "Welt am Sonntag" vor. Die Regierung will Mitte 2008 ein Konzept zur Stärkung von Haushalten als Arbeitgeber vorlegen.
Müntefering sagte, es sei noch zu früh, um zu entscheiden, ob die Förderung aufgestockt würde. Durch die Zusammenführung der bisherigen Freibeiträge würden aber Kosten entstehen, weil viele Haushalte bisher nur einen Teil der Beträge in Anspruch nehmen könnten. Die Nutznießer seien ordentlich beschäftigte und sozial versicherte Menschen: "So könnte man Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung austrocknen", unterstrich er.
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