Dienstag, 22. Mai 2007
Horrende Rüstungsausgaben: Neuer Rekordstand
Die weltweiten Ausgaben für Rüstung haben nach einem Bericht von Sicherheitsexperten erstmals die Grenze von einer Billion US-Dollar überschritten. Das sei auch ein alarmierendes Zeichen für eine globale Aufrüstung und fortschreitende Militarisierung, erklärte das Internationale Konversionszentrum Bonn (BICC). Dieser Trend zeige sich auch in einer raschen Zunahme von kriegerischen Auseinandersetzungen. Zwischen 2005 und 2006 sei die Zahl der Konflikte, bei denen zumindest sporadisch physische Gewalt angewendet wurde, von 91 auf 111 gestiegen.
Nach BICC-Angaben betrugen die Rüstungsausgaben im Jahr 2005 (letzte gesicherte Daten) insgesamt 1.030 Milliarden US-Dollar. Dies bedeute einen Zuwachs um 25 Prozent seit 2001. Die Ausgaben der USA allein machten weltweit etwa 46 Prozent aus. Im Irak, in Afghanistan und Iran folge die US-Regierung einem "überholten strategischen Denken", stellten die BICC-Experten in ihrem Jahresbericht fest. Unübersehbar sei der Widerspruch zwischen den globalen Führungsansprüchen der US-Regierung und ihrem Scheitern bei der Lösung von Konflikten.
Die gestiegenen Ausgaben seien in erster Linie auf den wegen des Irak-Konflikts aufgeblähten US-Verteidigungshaushalt, aber auch auf den beträchtlichen Anstieg der Militärausgaben in Russland, Indien und China zurückzuführen, sagte BICC-Direktor Peter Croll. Weltweit habe sich auch die Personalstärke des Militärs und paramilitärischer Einheiten erhöht.
Das BICC (Bonn international Center for Conversion) ist ein mit internationalen Rüstungs- und Sicherheitsexperten besetztes unabhängiges Forschungs- und Beratungsinstitut. Es arbeitet auch für internationale Organisationen wie die Vereinten Nationen, die NATO und die OECD.
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