Sonntag, 20. Februar 2011
Geheimdienste: "Es ist offensichtlich": Nordkorea bereitet Atomtest vor
Offenbar gräbt Nordkorea auf einem Atomtestgelände neue Tunnel - für unterirdische Tests mit nuklearen Sprengköpfen. Es wäre nach 2006 und 2009 der dritte Test dieser Art. Unklar ist, wie viele Tunnel gebaut werden. Es sei jedoch offensichtlich, dass Nordkorea einen weiteren Test vorbereite, sagt ein südkoreanischer Regierungsbeamter.
Der nordkoreanische Staatschef Kim Jong Il auf einem Protestplakat gegen die nukleare Aufrüstung des Landes (Archivbild).
(Foto: picture alliance / dpa)
Nordkorea trifft nach einem Medienbericht möglicherweise Vorbereitungen für einen neuen unterirdischen Atomtest. Auf dem Atomtestgelände in Punggye-ri im Norden sei Nordkorea dabei, neue Tunnel zu graben, berichtete die nationale südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf Regierungs- und Militärkreise. Auf dem Gelände hatte das kommunistische Land 2006 und 2009 jeweils einen atomaren Sprengkopf gezündet, wodurch sich die Spannungen in der Region verschärft hatten.
Die Tunnelgrabungen seien Geheimdiensten in Südkorea und den USA aufgefallen, hieß es weiter. "Es ist offensichtlich, dass Nordkorea einen dritten Nuklearversuch vorbereitet", wurde ein Regierungsbeamter in Seoul zitiert. Wie viele neue Tunnel auf dem Gelände gebaut werden, habe der Beamte nicht gesagt. Es werde aber offenbar an mehr als einem Tunnel gearbeitet, um den am besten geeigneten für einen möglichen Atomtest auswählen zu können.
Die Sechs-Parteien-Gespräche über ein Ende des nordkoreanischen Atomprogramms liegen seit Ende 2008 auf Eis. An den Verhandlungen nehmen Nordkorea, die USA, China, Südkorea, Japan und Russland teil. Im vergangenen November war die Existenz einer neuen Anlage zur Urananreicherung in dem nordkoreanischen Atomkomplex Yongbyon bekanntgeworden. Die US-Regierung befürchtet, dass die Urananreicherung dem Bau von Atomwaffen dienen soll.
Zuletzt hatten Medienberichte über die Fertigstellung einer neuen Raketenstartanlage an der nordkoreanischen Westküste Spekulationen darüber ausgelöst, dass die Streitkräfte des Landes schon bald eine Langstreckenrakete testen könnten.
dpa
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