Sonntag, 27. Februar 2011
Seoul zum "Meer aus Feuer" machen: Nordkorea droht mit Angriff
Kurz vor dem traditionellen Manöver der USA und Südkoreas droht Nordkorea mit einer "unerbittlichen Vergeltung". Zudem verbittet sich Pjöngjang Propaganda-Botschaften des Südens. Diese hatten zuletzt die nordkoreanische Bevölkerung auch über den Umbruch in der arabischen Welt informiert.Einen Tag vor dem geplanten Beginn des jährlichen gemeinsamen Militärmanövers von Südkorea und den USA hat Nordkorea einen Angriff auf die südkoreanische Hauptstadt Seoul angedroht. Nordkorea werde gegen die Militärübung mit einem "kompromisslosen Angriff" vorgehen, berichtete die amtliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA. Der Süden müsse mit einer "unerbittlichen Vergeltung" rechnen, die Seoul in ein "Meer aus Feuer" verwandeln werde. Das Manöver soll am Montag beginnen und bis zum 10. März dauern.
Zudem wurden militärische Angriffe für den Fall angedroht, dass aus Südkorea weiterhin Propaganda in den Norden geschickt werde. "Unser Militär wird in Selbstverteidigung direkte, gezielte Feuerattacken auf die Ursprungsorte solcher anti-republikanischer Propaganda-Aktivitäten unternehmen", schrieb KCNA.
Infos über arabische Protestwelle
Die nordkoreanische Armee rief Südkorea laut KCNA auf, seine "psychologische Kriegsführung sofort" zu unterlassen. Am Freitag hatte die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap berichtet, die südkoreanische Armee schicke mit Luftballons Informationen über die Protestwelle gegen die Regierungen in der arabischen Welt über die Grenze in den Norden. Nordkorea hatte ähnliche Flugblattaktionen privater Gruppen in Südkorea regelmäßig als Provokation kritisiert.
Die südkoreanische Regierung hatte sich lange Zeit mit Propagandamaßnahmen in Nordkorea zurückgehalten. Die Bereitschaft zur Rücksichtnahme auf die Regierung in Pjöngjang schwand aber nach mehreren gewaltsamen Zwischenfällen. Seoul macht Pjöngjang für einen Torpedoangriff auf ein südkoreanisches Marineschiff verantwortlich, bei dem im März vergangenen Jahres 46 Soldaten getötet wurden. Im November beschoss die nordkoreanische Armee die grenznahe südkoreanische Insel Yeonpyeong und tötete zwei südkoreanische Marinesoldaten und zwei Zivilisten.
AFP/dpa
Hintergründe zur Nachricht
Bilderserien zur Nachricht
Politik
-
Noch mehr Tote bei Massaker in Hula
UN-Sicherheitsrat tagt
-
Parade in Moskau geplant
Polizei nimmt Homosexuelle fest
-
Entschädigung der Zwangsarbeiter
Seehofer macht Druck
-
Neue Lyrik über Griechenland
Spott ergießt sich über Grass
-
Wieder tote Zivilisten in Afghanistan
Nato-Bomben töten Familie
-
Umstrittenes Atomprogramm
Iran baut zweites AKW
-
Mehr als 30 tote Kinder
Massaker sorgt für Empörung
-
Rückbau der Atomruine dauert 30 Jahre
Abklingbecken sicher vor Beben
-
Anerkennung von Gesundheitsschäden
SED-Opfer warten jahrelang
-
Idealer SS-Mann und blonde Bestie
Aufstieg und Tod des Reinhard Heydrich
-
Deutsche Interessen vernachlässigt?
Steinbrück: Kanzlerin vereinsamt
-
Zustimmung zum Fiskalpakt
Schwarz-Gelb macht Druck