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Der 21-jährige Otto Frederick Warmbier stahl angeblich Propagandamaterial.
Der 21-jährige Otto Frederick Warmbier stahl angeblich Propagandamaterial.(Foto: REUTERS)

Student spricht öffentlich: Nordkorea führt US-Bürger vor

Pjöngjang versucht häufig, ausländische Gefangene bei Verhandlungen als Faustpfand einzusetzen. Ist auch US-Student Warmbier ein solches Druckmittel? Der 21-Jährige hat nun allerdings ein Geständnis abgelegt.

Ein wegen "feindlicher Aktivitäten" in Nordkorea festgenommener US-Student hat sich nach dortigen staatlichen Angaben zum Diebstahl von Propagandamaterial bekannt. Wie die amtliche Nachrichtenagentur KCNA berichtet, habe der 21-jährige Otto Frederick Warmbier in einem sogenannten Interview mit in- und ausländischen Journalisten den Plan eingeräumt, eine politische Losung außer Landes zu schaffen. Dies sei auf Geheiß einer methodistischen Gläubigen in den USA geschehen.

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Den KCNA-Angaben zufolge gab Warmbier zu, die politische Botschaft aus einem Mitarbeiterbereich seines Hotels in Pjöngjang entwendet zu haben. Angeblich soll ihn die Mutter eines Freundes, eine Methodistin, um eine Trophäe gebeten haben. Sie habe ihm ein Auto im Wert von 10.000 Dollar (rund 9000 Euro) oder für den Fall seiner Festnahme 200.000 Dollar für seine Familie versprochen. In einem vom US-Fernsehsender CNN verbreiteten Video sprach Warmbier vom "schlimmsten Fehler meines Lebens".

Warmbier war Anfang Januar festgenommen worden. Der junge Mann von der Universität von Virginia war nach KCNA-Angaben mit einem Touristenvisum eingereist. Nach Darstellung der nordkoreanischen Stellen wollte er die "Fundamente der Einheit" des Landes erschüttern. Dabei habe der Student "unter der Anleitung der US-Regierung" gehandelt.

Freilassung nur nach Gegenleistungen

In Nordkorea wurden in den vergangenen Jahren wiederholt Ausländer festgenommen, zu langjährigen Haftstrafen verurteilt und dann nach Gegenleistungen ausländischer Regierungen freigelassen. Häufig versucht Pjöngjang, die Gefangenen als Faustpfand in Verhandlungen einzusetzen.

Da Warmbier Verfehlungen im Dienst der US-Regierung angelastet werden, könnte ihm wegen Spionage der Prozess gemacht werden. Im Dezember war ein 60-jähriger kanadischer Priester in Nordkorea wegen Vorwürfen der Aufwiegelung zu lebenslanger Haft mit Zwangsarbeit verurteilt worden.

Wenn gegen Ausländer unter dem Vorwurf "feindlicher Aktivitäten" ein Prozess eröffnet wird, versucht Pjöngjang, die Beschuldigten zu öffentlichen Geständnissen zu bewegen. Sie können dafür im Gegenzug auf eine mildere Strafe oder eine vorzeitige Entlassung hoffen.

Im November 2014 war der aus Südkorea stammende US-Bürger Kenneth Bae freigekommen, der im April 2013 zu 15 Jahren Arbeitslager verurteilt worden war. Bevor Bae und sein Landsmann Matthew Miller freikamen, war US-Geheimdienstkoordinator James Clapper zu Verhandlungen nach Nordkorea gereist.

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Quelle: n-tv.de

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