Politik

Kluges Netz für die ZukunftObama investiert in Smart Grids

28.10.2009, 11:24 Uhr

US-Präsident Obama hat das bislang umfangreichste Projekt zur Modernisierung des Stromnetzes in den USA vorgestellt.

Obama-FLGH114-jpg4384326975170967944
(Foto: AP)

US-Präsident Barack Obama hat das bislang umfangreichste Projekt zur Modernisierung des Stromnetzes in den USA vorgestellt. Der Staat werde rund 3,4 Milliarden Dollar (2,3 Milliarden Euro) bereitstellen, um die zum Teil schon jahrzehntealten Leitungen zu modernisieren und für Ökostrom nutzbar zu machen, sagte Obama beim Besuch einer Solaranlage in Arcadia im Bundesstaat Florida.

Nach Angaben der US-Regierung könnte das geplante "kluge Stromnetz" ("smart grid") bis 2030 etwa vier Prozent des US-Energieverbrauchs einsparen. Das entspräche etwa 20,4 Milliarden Dollar.

Das neue Stromnetz solle alternative Energie effizient über große Entfernungen nutzbar machen, sagte ein Berater Obamas. So könnten Unternehmen etwa Solarstrom aus dem sonnigen Südwesten der USA oder Windenergie aus dem stürmischen Mittleren Westen beziehen. In Millionen von Privathäusern sollten Energiemessinstrumente installiert werden, mit denen sich der Stromverbrauch senken lässt. Ziel sei es, dass die USA bis 2020 etwa 20 Prozent ihres Strombedarfs aus alternativen Quellen decken.

"Unser Stromnetz basiert auf uralter Technologie"

Die von Obama freigegebenen Mittel sollen etwa hundert Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Kommunen zur Verfügung gestellt werden, die das neue Stromnetz aufbauen sollen. Die Spanne der Anschubkredite soll von 400.000 Dollar bis zu 200 Millionen Dollar reichen. "Unser Stromnetz basiert auf uralter Technologie", sagte Obama. "Es verschwendet zu viel Energie, ist zu teuer und zu anfällig für Störungen." Die Gelder sollen aus dem im Februar verabschiedeten 787 Milliarden Dollar schweren Konjunkturpaket kommen.

Smart Grids sind eine Voraussetzung für den Ausbau der erneuerbaren Energien. Auch die neue Bundesregierung will "die rechtlichen Rahmenbedingungen für eine flächendeckende Modernisierung der Energienetze zu intelligenten Netzen weiterentwickeln", wie es im Koalitionsvertrag heißt. Die Grünen kritisierten die Beschlüsse allerdings als unzureichend: "Die dringend erforderliche Gründung einer von den Konzernen unabhängigen Netzgesellschaft ist nicht zu erwarten", sagte der Grünen-Energieexperte Hans-Josef Fell.

Quelle: hvo/rts