Sonntag, 12. Oktober 2008
Waffenschmuggler aus Hessen: Offenbar Top-Agent des BND
Der Geschäftsmann aus Hessen, der am Sonntag vergangener Woche wegen illegaler Exporte in den Iran verhaftet wurde, war ein Top-Agent des Bundesnachrichtendienstes (BND). Der Mann mit dem Tarnnamen "Sindbad" habe mehr als zehn Jahre lang wichtige Informationen aus dem Iran geliefert, heißt es in Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel". Der BND habe ihm dafür rund eine Million Euro gezahlt. Der Schaden durch die Festnahme sei für den BND immens.
Demnach hatten die Finanzbehörden den Unternehmer, der die iranische und die kanadische Staatsbürgerschaft besitze, zufällig für eine Außenwirtschaftsprüfung ausgewählt. Dabei seien Unregelmäßigkeiten entdeckt worden.
Die Bundesanwaltschaft wirft dem Mann vor, als Geschäftsführer einer hessischen Firma im November 2007 "technische Gerätschaften" an Empfänger ausgeführt zu haben, die nach dem Iran-Embargo nicht beliefert hätten werden dürfen. Damit stehe er im Verdacht, gegen das Außenwirtschaftsgesetz verstoßen zu haben. Laut "Spiegel" eignen sich die Geräte für den Einsatz im iranischen Raketenprogramm. Der Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs ließ den Mann nach der Festnahme in Untersuchungshaft nehmen.
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