Sonntag, 21. Dezember 2008
Raketen-Salve auf Israel: Olmert droht mit Krieg
Nach dem Ende des Waffenstillstands hat Israel der im Gazastreifen regierenden Hamas indirekt mit Krieg gedroht. Eine verantwortungsvolle Regierung "treibt einen Krieg nicht voran, weicht ihm aber auch nicht aus", sagte der scheidende Regierungschef Ehud Olmert am Sonntag zu Beginn der wöchentlichen Sitzung des Kabinetts. Vom Gazastreifen aus waren zuvor erneut mehrere Raketen auf israelisches Gebiet abgefeuert worden. Dabei habe es Verletzte gegeben.
"Wir werden angemessene Schritte einleiten", sagte Olmert, nachdem sich im Kabinett die Stimmen für ein entschlossenes Vorgehen gegen die Raketenangriffe aus dem Gazastreifen bereits gemehrt hatten. Israel müsse "mit Stärke" antworten, forderte etwa Handelsminister Eli Jischa. Es müsse die strategische Entscheidung getroffen werden, die Hamas von der Macht im Gazastreifen zu vertreiben, sagte Vize-Ministerpräsident Ham Ramon. Arbeitsminister Ehud Barak äußerte sich zurückhaltender: "Kriegerische Äußerungen" seien trotz der inakzeptablen Lage im Gazastreifen "schädlich und unangebracht".
Die radikalislamische Hamas, die seit rund eineinhalb Jahren den Gazastreifen kontrolliert, hatte am Freitagmorgen einen seit sechs Monaten geltenden Waffenstillstand mit Israel offiziell für beendet erklärt. Die israelische Regierung bereite nun gegen die "Bedrohung" durch die Hamas einen "Gegenschlag" vor, sagte ein ranghoher Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums, Reservegeneral Amos Gilad, dem staatlichen Rundfunk. Es müsse nur noch über den Zeitpunkt und das Ausmaß des Einsatzes entschieden werden.
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