Dienstag, 24. August 2010
Atommüll aus Sachsen nach Russland: Opposition protestiert in Moskau
Brennstäbe aus Deutschland sollen im kommenden Jahr nach Russland gebracht werden. Ziel ist die geschlossene Stadt Nowouralsk bei Jekaterinburg am Ural. Die russische Opposition hält gar nichts davon und protestiert vor der deutschen Botschaft in Moskau.
Proteste gegen den "Plan Rossendorf" in Moskau.
(Foto: dpa)
Gegen einen geplanten Transport von Atommüll aus Sachsen nach Russland hat in Moskau die liberale Oppositionspartei Jabloko protestiert. Zahlreiche Demonstranten entrollten vor der deutschen Botschaft Transparente mit Aufschriften wie "Atommüll? Nein danke!" und warnten vor den meist katastrophalen Lagerbedingungen in Russland. Das meldete die Agentur Interfax. Ein Atomkraftgegner mit Gasmaske habe einem Mitarbeiter der Botschaft ein Schreiben an die Bundesregierung übergeben.
Sachsen will nach Angaben der Landesregierung insgesamt 951 Brennstäbe aus dem früheren Kernforschungszentrum Rossendorf bei Dresden nach Russland bringen.
Ziel der Fracht sei vermutlich die geschlossene Stadt Nowouralsk bei Jekaterinburg am Ural, sagte Jabloko-Parteichef Sergej Mitrochin. Erst vor wenigen Tagen hätten verheerende Waldbrände rund um die Wiederaufbereitungsanlage Majak im Ural gezeigt, welch reale Gefahr solche Anlagen darstellten. In Majak rund 1500 Kilometer östlich von Moskau hatte sich 1957 ein schwerer Atomunfall ereignet.
Der Atommüll aus Rossendorf befindet sich seit 2005 im nordrhein-westfälischen Zwischenlager Ahaus. Vorgesehen sind spätestens 2011 drei Transporte mit je sechs Castor-Behältern über die Ostsee nach Russland.
dpa
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