Dienstag, 09. März 2010
Hilfe gegen Spekulanten: Papandreou im Weißen Haus
Papandreou braucht jede Unterstützung, die er bekommen kann.
(Foto: dpa)
Im Kampf gegen Spekulanten bekommt das hoch verschuldete Griechenland nach Gesprächen mit den Europäern nun auch von der größten Wirtschaftsmacht der Welt Unterstützung. Nach Beratungen mit US-Präsident Barack Obama in Washington sagte der griechische Regierungschef Giorgos Papandreou, Obama begrüße entsprechende europäische Initiativen. Er habe vom Präsidenten in dieser Frage eine "positive Antwort" erhalten, sagte der Ministerpräsident laut der Finanz-Agentur Bloomberg.
Obama habe auch seine Unterstützung für die Maßnahmen im Kampf gegen die Schuldenkrise in Griechenland deutlich gemacht, sagte Papandreou. Er habe die USA aber nicht aber nicht um Finanzhilfen gebeten. Der amerikanische Regierungssprecher Robert Gibbs hatte zuvor erklärt, dass die Europäische Union im Kampf gegen die griechische Schuldenkrise die Führungsrolle übernehmen sollte.
Initiative gegen ungedeckte Leerverkäufe
Deutschland und Frankreich wollen nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" Spekulationsgeschäfte gegen Staaten und große Unternehmen mit einer gemeinsamen Initiative eindämmen. Dazu solle der Handel mit bestimmten Wertpapieren beschränkt oder sogar komplett verboten werden. Regierungsvertreter in Berlin und Paris kündigten nach Angaben der Zeitung an, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy einen Brief an EU-Kommissionschef José Manuel Barroso schreiben wollten, und diesen zum Handeln auffordern. Zu den Verfassern der Erklärung gehörten auch der Vorsitzende der Euro-Gruppe, Jean-Claude Juncker und Papandreou.
Ziel sei eine Richtlinie, die ungedeckte Leerverkäufe von Aktien untersagt, den Handel mit Kreditausfallversicherungen (CDS) eingrenzt und Finanzgeschäfte ohne Einschaltung einer Börse beschränkt. Nach Informationen der Zeitung sind Merkel, Sarkozy, Juncker und Papandreou zur Not auch zu einem europäischen Alleingang bereit, sollten wichtige G-20-Partner wie die USA und China nicht mitziehen. "Wir können nicht immer warten, bis der Letzte an Bord ist", hieß es in Verhandlungskreisen. Gänzlich verboten werden sollten die CDS allerdings nicht, da die Wirtschaft sie zur Absicherung benötige. Darauf hätten Vertreter des Bundesverbands der Deutschen Industrie hingewiesen.
Papandreou hatte bei seinem USA-Besuch vor der Gefahr gewarnt, dass die dramatische Schuldenkrise seines Landes eine neue globale Finanzkrise auslösen könnte. Griechenlands massive Verschuldung habe bereits Auswirkungen auf Europa, sagte er. Sie könne sehr wohl einen Dominoeffekt in Form steigender Kreditkosten für eine Reihe anderer verschuldeter Staaten nach sich ziehen.
Hintergründe zur Nachricht
Politik
-
Sieg bei Konservativen-Konferenz, Santorum Zweiter
Romney gewinnt CPAC-Wahl
-
US-Haushalt 2013
Obama will Geld von Reichen
-
Regime verstärkt Angriffe auf Homs
Al-Kaida sickert in Syrien ein
-
Chemie hilft beim Lernen
Hunderttausende Kinder gedopt
-
Ramsauers Reformpläne
Keine Amnestie für Punktesünder
-
Adolf Sauerland droht die Abwahl
Aus für den Unsichtbaren?
-
Arbeit an Lebenserwartung anpassen
Forscher erwarten Rente mit 72
-
"Wir haben Videos aus seiner Unizeit."
Radikaler droht Obama
-
"Wir haben Videos aus seiner Unizeit"
Radikaler droht Obama
-
"Klare Verhältnisse"
Seehofer setzt auf Lagerwahlkampf
-
Kleine Nettigkeiten für Politiker
Strengere Regeln gefordert
-
Kämpfe in mehreren Teilen Syriens
Regime verstärkt Angriff auf Homs
