Montag, 30. März 2009
Angriff auf Marine-Tanker: Piraten festgenommen
Auf der Fregatte "Rheinland-Pfalz" sind sieben Piraten festgesetzt worden, die im Golf von Aden erstmals ein deutsches Kriegsschiff angegriffen hatten. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums hatten die wahrscheinlich somalischen Seeräuber am Sonntag mit einem Schnellboot und Handfeuerwaffen den Marine-Tanker "Spessart" attackiert. Dieser Angriff sei durch Einheiten der EU-Marinemission "Atalanta" vereitelt worden. Über das weitere Vorgehen werde jetzt auf Regierungsebene beraten, teilte das Einsatzführungskommando in Potsdam mit.
Verletzt wurde bei dem zweiten Angriff von Piraten auf ein deutsches Schiff innerhalb eines Monats niemand. Anfang März hatten neun Piraten erfolglos versucht, den deutschen Frachter "MV Courier" am Horn von Afrika zu kapern.
Spanische und griechische Unterstützung
Nach Angaben des Einsatzführungskommandos war das Feuer der Piraten von dem bewaffneten Schutzteam der "Spessart" mit Schüssen vor den Bug des Piratenbootes erwidert worden. Daraufhin seien die Piraten geflüchtet. Ihr Boot wurde jedoch später gestoppt. Der "Spessart" war zunächst ein spanischer Helikopter zur Hilfe geeilt. Danach griff auch das Flaggschiff der EU-Mission ein, die griechische Fregatte "Psara". Die sieben Piraten seien von einem deutsch-griechischen Team entwaffnet worden, aber in ihrem Boot geblieben.
Am 10. März hatte Deutschland neun somalische Piraten an Kenia überstellt, die eine Woche zuvor ebenfalls im Golf von Aden den deutschen Frachter kapern wollten. Die kenianische Polizei hatte die somalischen Seeräuber in der Hafenstadt Mombasa von der "Rheinland- Pfalz" übernommen.
Nach Abkommen zwischen der Europäischen Union (EU) und Kenia über die Strafverfolgung von Piraten, die im Rahmen der EU-Mission "Atalanta" gefasst werden, müssen sich die Seeräuber in dem ostafrikanischen Land vor Gericht verantworten. In Deutschland ist die Staatsanwaltschaft Kiel für den jüngsten Fall zuständig.
Im Falle der neun Piraten hatte die Hamburger Staatsanwaltschaft auf die Strafverfolgung in Deutschland verzichtet. Für die deutsche Anklagebehörde erfüllt Kenia trotz internationaler Kritik an seinem Rechtswesen die notwendigen "Mindeststandards" für ein Gerichtsverfahren. Auf Kenia weicht die EU aus, weil es in Somalia - Heimatland der meisten Piraten am Horn von Afrika - infolge des Bürgerkriegs keine staatlichen Strukturen gibt.
Hintergründe zur Nachricht
Bilderserien zur Nachricht
Externe Links zur Nachricht
Politik
-
Laufzeitverlängerung
Frankreich hält an AKW fest
-
Vorwurf der Datenlöschung
BKA setzt sich zur Wehr
-
Tage des Durchatmens
Romney siegt zweifach
-
Arabische Liga berät über Vorgehen
Iran pumpt Geld nach Syrien
-
Vorstoß aus der CDU
Kinderlose sollen zahlen
-
Sieg bei CPAC-Konferenz und in Maine
Romney gewinnt doppelt
-
US-Haushalt 2013
Obama will Geld von Reichen
-
Regime verstärkt Angriffe auf Homs
Al-Kaida sickert in Syrien ein
-
Chemie hilft beim Lernen
Hunderttausende Kinder gedopt
-
Ramsauers Reformpläne
Keine Amnestie für Punktesünder
-
Adolf Sauerland droht die Abwahl
Aus für den Unsichtbaren?
-
Arbeit an Lebenserwartung anpassen
Forscher erwarten Rente mit 72
