Dienstag, 03. März 2009
Morddrohungen in Paris: Pistolenkugeln an Sarkozy
In Frankreich haben Staatspräsident Nicolas Sarkozy und Regierungsmitglieder Morddrohungen mit beigelegten Pistolenkugeln erhalten. Die identischen Schreiben seien bei Sarkozy sowie bei den Ministerinnen für Inneres, Justiz und Kultur eingegangen, teilte die Justiz in Paris mit. Anti-Terror-Ermittler fahnden nun nach einer bisher unbekannten "Zelle 34", die sich als Absender angab. In den Briefen heißt es unter anderem: "Sie glauben, über unser Leben zu bestimmen, aber im Gegenteil, wir bestimmen über Ihr Leben und das Ihrer Familie und Freunde."
In den Schreiben befanden sich laut den Ermittlern Patronen der Kaliber neun Millimeter beziehungsweise 38, die für Pistolen oder Revolver verwendet werden. Die Briefe an Innenministerin Michle Alliot-Marie, Justizministerin Rachida Dati und Kulturministerin Christine Albanel gingen Ende vergangener Woche ein. Am Montag erhielt auch der ehemalige Premierminister und heutige Bürgermeister von Bordeaux, Alain Jupp, ein solches Schreiben. Schon zuvor waren zwei Senatoren der Regierungspartei UMP Adressaten ähnlicher Briefe gewesen.
Der Brief sei mit der Maschine geschrieben, erklärte die Staatsanwaltschaft, die den Text als "zusammenhanglos" bezeichnete. Am Ende wird Bezug auf eine Gruppe namens "cellule 34" ("Zelle 34") genommen, die "10.000 Kämpfer" haben soll. "Minister, Abgeordnete, Senatoren, Lieferanten von freiheitstötenden Gesetzen", heißt es in dem Brief. "Ihr seid Tote auf Bewährung." Der Brief sei die letzte Warnung. Ab jetzt halte die Gruppe "totale Funkstille".
In dem Schreiben werden insgesamt zehn Vertreter der regierenden Konservativen namentlich bedroht, darunter auch UMP-Sprecher Frdric Lefebvre. Drohungen werden auch generell gegen die Regierungspartei gerichtet sowie deren "Kollaborateure" aus Zentrumsparteien und von den Sozialisten.
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