Montag, 08. Oktober 2007
Fall Anna Politkowskaja: Polizei kennt den Mörder
Die russische Polizei kennt nach eigenen Angaben den Mörder der Journalistin Anna Politkowskaja. Chefermittler Petros Garibjan sagte Politkowskajas Zeitung "Nowaja Gaseta", gegen den Verdächtigen sei noch kein Haftbefehl erlassen worden. Außerdem sei noch immer nicht bekannt, wer den Mord vom 7. Oktober 2006 in Auftrag gegeben habe.
Insgesamt werden elf Menschen beschuldigt, in die Tat verwickelt zu sein, wie der Ermittler weiter erklärte. Zehn von ihnen wurden bereits festgenommen. Garibjan sagte, der Mord an Politkowskaja sei wahrscheinlich politisch motiviert und stehe in Zusammenhang mit ihrer journalistischen Arbeit. Er verwies auf Parallelen zum Mord an Paul Klebnikow, dem Chefredakteur der russischen "Forbes"-Ausgabe. Einige Personen, die in Zusammenhang mit den Ermittlungen zu der Tat befragt worden seien, seien beim Mord an Politkowskaja wieder aufgetaucht. Es sei aber noch zu früh, um über eine deutliche Verbindung zwischen den beiden Morden zu sprechen.
Generalstaatsanwalt Juri Tschaika hatte im August erklärt, der Auftrag für den Mord an Politkowskaja sei aus dem Ausland gekommen. Ziel sei es gewesen, den russischen Präsidenten Wladimir Putin zu diskreditieren. Mehrere Tschetschenen wurden festgenommen, darunter auch Mitarbeiter der Verwaltung. Auch im Fall Klebnikow wurden zwei Tschetschenen beschuldigt, die jedoch 2006 freigesprochen wurden. Gegen sie soll neu verhandelt werden.
Am Jahrestag der Ermordung von Politkowskaja hatten am Sonntag rund 1.000 Menschen der Regierungskritikerin gedacht. Begleitet von starkem Polizeiaufgebot legten sie vor Politkowskajas Wohnung in Moskau Blumen nieder und brachten eine Gedenktafel an. Menschenrechtsorganisationen und ehemalige Kollegen Politkowskajas äußerten die Vermutung, dass der Kreml die wahren Hintergründe und die Auftraggeber der Tat verschleiern wolle.
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