Montag, 22. Februar 2010
Griff auf Kulturstätten im Westjordanland: Protest gegen Israel
Palästinenser protestieren gegen die Entscheidung der israelischen Regierung, zwei Kulturstätten im Westjordanland zum Nationalerbe zu erklären. Auch die UN äußern sich besorgt.Israel hat mit seiner Entscheidung, zwei Kulturstätten im palästinensischen Westjordanland zum Nationalerbe zu erklären, Unruhe ausgelöst. Die Vereinten Nationen äußerten sich besorgt. Bei Protesten palästinensischer Demonstranten in Hebron kam es zu Ausschreitungen. "Diese Stätten befinden sich in besetztem palästinensischem Gebiet und sind von historischer und religiöser Bedeutung nicht nur für das Judentum, sondern auch für den Islam und das Christentum", sagte der UN-Sonderbeauftragte für Nahost, Robert Serry.
Die israelische Regierung hatte am Sonntag während einer Sondersitzung in Tel Chai im Norden des Landes beschlossen, die Patriarchengräber in Hebron und das Rachelsgrab bei Bethlehem auf eine Liste von insgesamt etwa 150 Stätten zu setzen, für deren Erhaltung man sich einsetzen wolle. Im Rachelsgrab soll die Lieblingsfrau Jakobs - einer der biblischen Erzväter - beerdigt sein, in den Patriarchengräbern der Urvater Abraham, den auch Muslime als Ibrahim verehren.
Bei den Palästinensern, die das Westjordanland als Teil eines künftigen eigenen Staates beanspruchen, sorgte die Entscheidung für Empörung. Etwa hundert Palästinenser lieferten sich am Montag in Hebron gewaltsame Auseinandersetzungen mit israelischen Soldaten. Nach palästinensischen Angaben wurde ein Demonstrant durch ein Hartgummi-Geschoss verletzt. Eine israelische Armeesprecherin teilte mit, ein Soldat habe leichte Verletzungen erlitten.
Der UN-Beauftragte Perry äußerte sich besorgt über die Spannungen und rief Israel dazu auf, "keine Schritte vor Ort zu unternehmen, die das Vertrauen untergraben oder Verhandlungen schaden könnten, deren Wiederaufnahme höchste Priorität all jener sein sollte, die eine Friedenslösung anstreben". Er würde sich mehr positive Schritte Israels wünschen, die eine palästinensische Entwicklung im Westjordanland ermöglichen und eine echte Verpflichtung auf eine Zwei-Staaten-Lösung beweisen sollten, hieß es in der Mitteilung.
dpa
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